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Saitek Competition Pro

Saitek-Competition-ProDie Firma Saitek hat eine Nachfolgerin zu ihrer auch immer noch lieferbaren Saitek Game Clock II auf den Markt gebracht. Die Saitek Competition Pro ist ihren Ausmaßen wesentlich kompakter, verfügt über größere Displays und hat ein deutlich benutzerfreundlicheres Konzept zum Einstellen der Uhr.

Im Gegensatz zur Game Clock II hat die Competition Pro zwei miteinander gekoppelte Druckschalter, von denen im Spielbetrieb immer nur einer über die Uhr hinausragt. Die bei der Game Clock II nur von der Vorderseite der Uhr sichtbaren, kleinen Leuchtdioden, sind durch Leuchtdioden in den Drückern ersetzt worden, die nun von allen Seiten und aus größerer Entfernung gut sichtbar sind. Die Leuchtdioden leuchten während des normalen Spielbetriebs grün; hat einer der beiden Spieler seine Bedenkzeit komplett verbraucht, wechselt die Farbe seiner Leuchtdiode auf rot.

Saitek-CP-Spielmodi

Die Competition Pro verfügt auf der Unterseite über eine Übersicht über alle vorprogrammierten Spielmodi (Abb. oben) sowie zwei Schiebeschalter:

Saitek-CP-Schalter-rechtsMit dem rechten Schalter wird die Uhr ein- und ausgeschaltet. Eingeschaltet kennt die Uhr drei verschiedene Zustände:
Go:  Eingeschaltet mit Lichtsignal am Drücker und Tonsignal.
Sound off: Eingeschaltet mit Lichtsignal und ohne Tonsignal.
Light off / Sound off: Eingeschaltet ohne Licht- und Tonsignal.

Für den normalen Spielbetrieb empfehle ich, die Einstellung Sound off zu nutzen.

Saitek-CP-Schalter-linksDer linke Schalter dient dazu, die Uhr vor ungewollten Veränderungen der Bedenkzeit zu schützen: Im Modus Lock kann die einmal eingestellte Bedenkzeit nicht editiert werden. Dazu muss die Uhr angehoben und der Schalter auf Modify umgestellt werden. Auch der Vorläufer Game Clock II verfügte bereits über einen solchen Schalter, dessen Funktion sich aber von dem der Competition Pro in einem wesentlichen Punkt unterscheidet: Während die Stellung des Schalters auf Lock bei der Game Clock II verhinderte, dass die Uhr komplett auf die Anfangseinstellung zurückgesetzt werden konnte, ist dies bei der Competition Pro nicht der Fall! Die verbrauchte Bedenkzeit kann bei der Competition Pro also im normalen Spielbetrieb trotz der Schalterstellung Lock durch eine Fehlbedienung gelöscht werden. Aufgrund dieser Änderung kann die Competition Pro für den Turnierbetrieb leider nur eingeschränkt empfohlen werden.

Grundbedenkzeiten: Das Prinzip der Competition Pro zur Einstellung einer nicht vorprogrammierten Bedenkzeit unterscheidet sich grundsätzlich von der Einstellung bei den DGT-Uhren. Bei der Competition Pro wählt man – vergleichbar mit der Einstellung des Schachtimers „Silver“ – eine der vorgegebenen Bedenkzeiten aus, die der gewünschten möglichst nahe kommt und verändert diese. Es besteht die Möglichkeit, drei verschiedene, veränderte Einstellungen auf den Programmplätzen 7A bis 7C dauerhaft abzuspeichern (dazu weiter unten mehr).

Saitek-CP-VierwegeschalterDie Veränderung einer voreingestellten Bedenkzeiten ist weitgehend benutzerfreundlich und intuitiv. Unter dem linken Display der Uhr befindet sich ein Vierwegeschalter (Abb. links); unter dem rechten Display vier Tasten (Abb. unten) mit denen der Editiermodus aufgerufen und die veränderte Bedenkzeit abgespeichert wird.

Saitek-CP-Tasten

Jede Programmierung sollte mit dem Rücksetzen der Uhr begonnen werden. Dazu wird die Taste Pause/Reset 3 Sekunden lang gedrückt. Die Uhr zeigt anschließend die zuletzt benutzte Bedenkzeit und im linken Display links unten den zugehörigen Programmplatz an. Es kann nun mit dem Vierwegeschalter der gewünschte Programmplatz angesteuert werden. Dabei wird mit den Links- und Rechtstasten die Programmgruppe (1–7), mit den Oben- und Untentasten das spezielle Programm innerhalb der Gruppe (A–G; die Anzahl ist je nach Gruppe verschieden) angesteuert.

Als Besonderheit ist hierbei zu beachten, dass bei den Programmgruppen 3 und 7 in beiden Displays zuerst nur Striche erscheinen; dies liegt daran, dass nach Auswahl dieser Gruppen durch die Oben- bzw. Unten-Taste die Links- und Rechts-Tasten erlauben, die einzelnen Partiephasen des jeweiligen Programms zu durchlaufen. Will man also von den Gruppen 3 oder 7 zu einer anderen Gruppe wechseln, muss mit den Oben-/Unten-Tasten erst wieder die Anzeige „- -“ erreicht werden, um von hier aus mit den Links-/Rechtstasten die Gruppe wechseln zu können.

Keine der derzeit in Deutschland gängigen Turnierbedenkzeiten ist vorprogrammiert. Ich werde hier sowohl die Programmierung der langen Fide-Bedenkzeit als auch der gebräuchlichsten Bedenkzeit ohne Zuschlag erläutern. Andere Bedenkzeiten sind analog einzustellen.

Lange Fide-Bedenkzeit mit Fischer-Modus: Für die Programierung der langen Fide-Bedenkzeit mit Fischer-Modus (100 min./40 Züge + 50 min./20 Züge + 15 min./Rest + 30 sek. Zuschlag ab dem ersten Zug der ersten Partiephase) müssen wir die Bedenkzeit auf dem Programmplatz 3E verändern (nur dieser Programmplatz erlaubt alle notwendigen Einstellungen!). Dazu betätigen wir die Links-/Rechtstasten solange, bis wir bei der Programmgruppe 3 angekommen sind (es werden nur Striche im Display angezeigt) und betätigen danach die Oben-Taste dreimal um zum Programmplatz 3E zu gelangen. Nun ist wie folgt zu verfahren:

Durch Drücken der Taste Edit wechselt die Uhr in den Editiermodus. anschließend können mit dem Vierwegeschalter die einzelnen Stellen der Bedenkzeit angesteuert und verändert werden. Im linken Fenster unten wird jeweils angezeigt, welche der drei Partiephasen  man gerade einstellt. Wichtig ist, dass in allen drei Partiephasen der Zugzähler, der im rechten Fenster angezeigt wird, auf „00“ (Null) gestellt werden muss, da sich die Competition Pro ansonsten nicht regelkonform verhält. Nach der Grundbedenkzeit der ersten Partiephase wechselt man mit der Pfeiltaste nach rechts zur nächsten Einstellungsebene; hier ist der Zuschlag für die erste  Partiephase auf „0.30“ (30 Sekunden) einzustellen. Anschließend geht man analog für die zweite und dritte Partiephase vor. Der Zeitzuschlag pro Zug muss für alle drei Partiephasen separat eingegeben werden!

Nachdem alle drei Partiephasen eingestellt wurden, kann man entweder den Eiditiermodus durch nochmaliges Drücken der Taste Edit verlassen oder die geänderte Einstellung auf einem der drei Speicherplätze 7A bis 7C abspeichern. Zu diesem Zweck betätigt statt der Taste Edit die Taste Store. Daraufhin erscheint im linken Display links unten der Schriftzug „Store“ und darunter zwei Striche. Man kann nun mit den Oben-/Unten-Tasten den gewünschten Speicherplatz auswählen und durch nochmaliges Drücken der Taste Store die Einstellung abspeichern.

Nach Abschluss der Einstellung kann man sich von der Richtigkeit der Einstellung durch einfaches Betätigen der Rechts-Taste überzeugen. Wiederholtes Drücken der Rechtstaste zeigt nacheinander die Einstellungen für alle drei Partiephasen.

Standardbedenkzeit ohne Zuschlag: Zum Einstellen der in den meisten unteren Liegen gebräuchlichen Standardbedenkzeit (120 min./40 Züge + 60 min./Rest) eignet sich das Programm 3D. Hier sind für die beiden Partiephasen die Bedenkzeiten bereits korrekt eingestellt; es muss nur der Zugzähler der beiden ersten und alle Einstellungen der dritten Partiepahse auf Null gesetzt werden. Es muss davon abgeraten werden, das Programm 3F unverändert zu nutzen, da hier zum einen der Zugzähler in den Ablauf eingreifen kann, zum anderen weil das Addieren der Bedenkzeit für die zweite Partiephase in diesem Programm immer wiederholt wird. Die Uhr zeigt also nach Ablauf der drei Stunden Gesamtspielzeit für einen Spieler für diesen eine weitere Stunde Bedenkzeit an. Soweit ich sehe, kann die Wiederholfunktion (Repeat) des Programms 3F nicht abgeschaltet werden.

Starten und Anhalten der Uhr: Das Starten der Uhr zu Partiebeginn geschieht immer durch Betätigung eines der beiden Drücker oben auf der Uhr. Solange die Uhr noch nicht zum ersten Mal in Gang gesetzt, ist es möglich, die beiden Drücker wie bei einer mechanischen Uhr auf gleiche Höhe zu bringen. Mit dem ersten Durchdrücken eines der beiden Drücker beginnt die Uhr zu laufen. Angehalten wird die Uhr mit der Taste Pause (ganz rechts). Hierbei ist zu beachten, die Pausentaste nur kurz zu drücken; ein Drücken der Taste für drei Sekunden führt zum Rücksetzen der Uhr in den zuvor eingestellten Zustand, gleichgültig auf welcher Position der Schalter »Modify | Lock« unter der Uhr gestellt wurde. Die Uhr kann durch erneutes Drücken der Pausentaste oder durch Betätigen eines der Drücker auf der Uhr wieder in Gang gesetzt werden.

Veränderung der Bedenkzeit: Im Fall einer Zeitstrafe oder sonstigen Veränderung der Bedenkzeit ist die Uhr zuerst mit dem Knopf Pause anzuhalten, wenn dies nicht bereits geschehen ist. Schieben Sie, falls erforderlich, den linken Schalter auf der Unterseite der Uhr in die Position »Modify«. Anschließend ist der Knopf Edit kurz zu drücken, um die Uhr in den Editier-Modus zu versetzen. Daraufhin beginnt im linken Display die Zehnerstundenanzeige zu blinken. Man kann nun mit den Rechts-/Links-Tasten zu der zu verändernden Ziffer gelangen und hier den Wert mit den Oben-/Unten-Tasten entsprechend verändern. Ein nochmaliges Drücken der Taste Edit führt zurück zum Pausen-Modus, der durch Drücken der Taste Pause oder Betätigen eines der Drücker oben auf der Uhr wieder verlassen werden kann.

Neueinstellen einer Ersatzuhr: Bei den meisten elektronischen Uhren besteht das Problem, dass das Neueinstellen einer Ersatzuhr in den Fällen, in denen die erste Partiephase bereits abgeschlossen ist, nicht trivial ist. Allerdings stellt sich dieses Problem bei der Competition Pro vergleichsweise einfach dar. In der ersten Partiephase kann nach dem oben beschriebenen Muster für das Einstellen der Grundzeit vorgegangen werden, nur dass eben für die erste Partiephase statt der Grundbedenkzeit die Restbedenkzeiten eingestellt werden.

In der zweiten Partiephase der Standardbedenkzeit ohne Zuschlag kann ein beliebiges Programm der Gruppe 2 (2A–2E) mit dem oben beschriebenen Verfahren angepasst werden.

Für die lange Fide-Bedenkzeit mit Fischer-Modus greift man bei Neueinstellung eines Ersatzuhr für die zweite Partiephase am einfachsten auf das Programm 3C zurück, nur dass man hier die Restbedenkzeit der zweiten Phase auf der Position der ersten Phase programmiert und die der dritten Phase dementsprechend auf die zweite. Auch in diesem Fall muss der Zugzähler für die beiden verbliebenen Phasen auf Null gesetzt werden. Sollte in der dritten Partiephase das Neueinstellen einer Ersatzuhr notwendig werden, nutzt man am einfachsten eines der Programme 4A–4C.

Hinweise, Tipps und Warnungen: Die Competition Pro zeigt bei der Zeitkontrolle mit einem Uhrensymbol im entsprechenden Display an, welcher Spieler die Zeit der ersten Partiephase zuerst überschritten hat. Dieser Hinweis darf und soll in Partien mit normaler Bedenkzeit dazu genutzt, im Zweifelsfall festzustellen, welcher Spieler die Partie verloren hat. Das Uhrensymbol bleibt während der ganzen Partiephase sichtbar. Das Fallen des Blättchens in der letzten Partiephase zeigt die Uhr durch den Wechsel von grünem zu rotem Licht am Drücker des entsprechenden Spielers an.

Neben der Competition Pro (silberfarben, siehe Abb. ganz oben) bietet die Firma Saitek auch eine preisgünstigere, auf den US-amerikanischen Markt zielende Version, die Saitek Competition (auch Saitek scholastic; Gehäusefarbe blau) an. Diese Uhr unterscheidet sich im Wesentlichen dadurch von der Competition Pro, dass sie nicht für Fischer-Bedenkzeiten eingestellt werden kann. Sie beherrscht ausschließlich den Bronstein-/Delay-Modus. Sie ist also nur für das Spiel mit Standardbendenkzeiten ohne Zuschlag sowie für Blitz oder Schnellschach ohne Zuschlag geeignet. Sie wird daher hier nicht vorgestellt werden.

Das mir vorliegende Exemplar der Competition Pro zeigt eine Tendenz, in wenigen Fällen beim Einschalten abzustürzen und sich anschließend nicht mehr bedienen zu lassen. Ein Abstürzen der Uhr während des normalen Spielbetriebs konnte ich nicht beobachten oder provozieren. Ein Absturz der Uhr kann entweder durch kurzzeitiges Entfernen der Batterien oder durch Betätigen des Resetknopfes (einer kleinen Öffnung unter der Uhr mit der Aufschrift ACL) etwa mit einer aufgebogenen Büroklammer erreicht werden. Die Uhr wird dadurch in den Werkzustand zurückversetzt, das heißt, dass leider auch alle individuell abgespeicherten Einstellungen verloren gehen.

Schwache Batterien zeigt die Competition Pro mit einer stilisierten Batterie mit der Aufschrift »Low« links in beiden Displays an. Die Competition Pro arbeitet mit zwei Batterien der Größe C.

Grundsätzlich gilt für alle Uhren: Setzen Sie keine Uhren ein, bei denen schon zu Anfang des Mannschaftskampfes die Batterie-Warnung zu sehen ist. Tauschen Sie diese Uhren oder die Batterien aus! Bei einer Batterie-Warnung während eines Mannschaftskampfes besteht in der Regel kein Grund zur Sorge, da die Uhr anschließend noch mindestens 10 Stunden lang ihren Dienst verrichten sollte. Eine Ausnahme besteht allerdings, wenn die Uhr mit Akkus betrieben wird, da diese zu plötzlichem Spannungsabfall neigen.

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