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Hinweis zur DGT XL

Beim Schiedsrichter-Stammtisch 2010 wurde von vereinzelten Fällen berichtet, bei denen die DGT XL beim Fischer-Modus in der dritten Partiephase ein von der Programmierung abweichendes Verhalten zeigt: Einzelne Uhren schlagen in der dritten, abschließenden Partiephase nicht die programmierten 30 Sekunden pro Zug zu, sondern anscheinend willkürlich eine andere Bonuszeit, z. B. 3 Minuten. Dies scheint nur vereinzelt aufzutreten und ist bei ein und derselben Uhr nicht unbedingt reproduzierbar. Schiedsrichter sind also dazu aufgefordert, nach dem Übergang in die dritte Partiephase besonders sorgfältig darauf zu achten, ob die DGT XL die Bonuszeit richtig verarbeitet.

Weitere Schwierigkeiten mit den DGT-Uhren

Bei den in Deutschland nur selten gebrauchten Fischer-Zeiten für Schnell- und Blitzschach zeigen die turniergeeigneten DGT-Uhren (DGT 2000, DGT XL und DGT 2010) ein fehlerhaftes Verhalten:

Alle drei Uhren schalten nach dem Überschreiten der Zeitkontrolle bei einem Spieler auch die andere Uhr ab. Auf diese Weise kann der andere Spieler nicht mehr die Zeit überschreiten, so dass es nicht mehr zum Remis wegen beiderseits abgelaufener Uhren kommen kann. Dieses Verhalten steht im Gegensatz zu den Regeln und macht die Uhren für den Einsatz im Schnell- und Blitzschach mit Fischer-Zeit unbrauchbar, falls keine ausreichende Beobachtung der Partien durch Schiedsrichter garantiert ist. (Dank für den Hinweis an Peter Hoffmann.)

DGT-Uhren und Fischer-Modus

Da nun auch unterhalb der 1. Bundesliga mit dem Fischer-Modus gespielt wird, hier zwei Hinweise, die sich beim Gebrauch der DGT-Uhren als nützlich erweisen:

1. Alle DGT-Uhren addieren den Zeitbonus immer vor dem Zug zur Grundzeit hinzu. Stellt man eine DGT-Uhr also für die erste Spielphase auf 1:40 h + 30 s/Zug ein, so wird die Uhr mit einer Grundzeit von 1:40.30 starten. Solange in der Ausschreibung nicht audsrücklich vermerkt ist, dass der Zeitbonus nach dem Zug zu erteilen ist, stellt dies kein größeres Problem dar. Zu vermeiden ist das Problem in jedem Fall durch die Enistellung von 1:39.30 h + 30 s/Zug als Grundzeit; dann starte die Uhr korrekt mit 1:40.00.

2. Die DGT XL und DGT 2010 besitzen einen eingebauten Zugzähler. Zugzähler in Uhren sind grundsätzlich problematisch und sollten nach Möglichkeit abgeschaltet werden. Die beiden genannten DGT-Uhren weisen konkret das Problem auf, dass sie bei eingeschaltetem Zugzähler dem Spieler mit den weißen Steinen nach dem abgeschlossenen 40. Zug sofort die Zeit für die zweite Spielphase zuschlagen. Daran kann der Schwarzspieler erkennen, dass Weiß die 40 Züge – zumindest laut Zugzähler der Uhr – vollendet hat und er selbst nur noch einen Zug in der verbleibenden Zeit absolvieren muss.

Bei Gebrauch dieser DGT-Uhren empfiehlt es sich daher, die fest einprogrammierten Zeitkontrollen im Fischer-Modus zu meiden und die Uhr in einem der frei programmierbaren Modi manuell einzustellen. Dabei ist es wichtig, den Zugzähler auf »00« stehen zu lassen bzw. zu setzen. Die Uhr schlägt dann wie üblich die Zeit für die nächste Spielphase auf beide Uhren auf, wenn bei einem der beiden Spieler das Fähnchen fällt.

Der selbsternannte Assistent

Frage: Wir diskutieren im Verein immer noch über eine vielleicht gar nicht so ungewöhnliche Situation während des letzten Mannschaftskampfes in der Verbandsliga Bielefeld, also ohne anwesende Schiedsrichter:

Ich hatte meine Partie bereits beendet, die erste Zeitkontrolle nahte. Die meisten anderen Partien liefen noch, darunter auch die Partien beider Mannschaftsführer. An einem weiteren Brett zeichnete sich eine Zeitnotschlacht ab. Da beide Mannschaftsführer am Zug waren und ich nicht stören wollte, nahm ich mir ein Notationsformular, um mitzuschreiben, was ich den Spielern auch mitteilte.

Im 37. Zug bemerkte ich einen Klappenfall von Spieler A, Spieler B sah dies – in hochgradiger Zeitnot – nicht. Ich weiß, dass ein Schiedsrichter oder dessen Assistent dann die Uhr anhält, um die Zugzahl zu kontrollieren. Ein Zuschauer darf sich demgegenüber auf keinerlei Weise in eine laufende Partie einmischen. Wie sollte ich mich verhalten?

Im konkreten Fall habe ich – als Zuschauer – nichts gesagt, Spieler B (mein Mannschaftskollege) gab nach dem 41. Zug in klar verlorener Stellung auf. Mein Mannschaftsführer und Spieler B waren überhaupt nicht begeistert und meinten, ich hätte die Uhr anhalten müssen, auch wenn ich nicht ausdrücklich zum Assistenten bestimmt gewesen sei. Vorsorglich erteilte er für künftige Wettkämpfe allen Teammitgliedern die Erlaubnis, bei seiner Verhinderung zu assistieren (und in dieser Funktion die Uhr zu kontrollieren).

Hätte ich tatsächlich in der gegebenen Situation als Assistent handeln müssen? Und ist es möglich, im Voraus Vollmacht zur Assistenz zu geben oder bedarf dies der gesonderten Absprache beider Mannschaftsführer in jedem einzelnen Mannschaftskampf? Den ganzen Beitrag lesen »

Berührt – geführt?

Frage: Bei einem Kampf in der Regionalliga in NRW, bei dem ein Schiedsrichter anwesend war, hat mein Gegner, als er am Zug war, zufällig eine Figur fallen lassen. Nachdem er sie aufgehoben und wieder aufgestellt hatte, habe ich ihn aufgefordert, mit der Figur zu ziehen. Er weigerte sich. Der anwesende Schiedsrichter hat entschieden, dass mein Gegner mit einer anderen Figur ziehen darf, weil er die Figur nicht in der Absicht berührt habe, sie zu ziehen. Da ich Partie gewonnen habe, kam es zu keinem Protest, trotzdem würde ich gern wissen, ob der Schiedsrichter korrekt entschieden hat? Den ganzen Beitrag lesen »

Beide Spieler fehlen zu Anfang der Partie

Frage: Bei einem Mannschaftskampf fehlen an einem Brett zu Anfang der Partie beide Spieler. Der Mannschaftsführer der Heimmannschaft setzt zu Beginn des Kampfes die Uhr des Spielers mit den weißen Steinen in Gang. Sechs Minuten später erscheint der Führer der schwarzen Steine. Der Mannschaftsführer der Heimmannschaft hält daraufhin die Uhr am entsprechenden Brett an, zieht dem Schwarzspieler die sechs Minuten von seiner Bedenkzeit ab und setzt anschließend die Uhr des Spielers mit den weißen Steinen wieder in Gang.

War diese Vorgehensweise korrekt? Den ganzen Beitrag lesen »

Gespräch während laufender Partie

Frage: Wenn ein Spieler und ein Vereinskamerad außerhalb des Spielsaals reden, der Spieler wieder hereinkommt, einen Zug ausführt und der Vereinskamerad ihm zunickt, ist dann der in der BTO NRW erwähnte Anschein eines Verstoßes erfüllt? Sollte das zu Partieverlust führen? Den ganzen Beitrag lesen »

Remis oder Partieverlust?

Frage: Wenn während einer Blitzpartie ein Spieler, der noch Figuren und Bauern auf dem Brett hat, den letzten gegnerischen Stein vom Brett nimmt, aber, bevor er die Uhr drücken kann, sein Blättchen fällt und der Gegner dies reklamiert, ist die Partie dann remis oder muss man gewissermaßen den letzten Bauern wieder auf das Brett stellen und die Partie für den Spieler, der reklamiert hat, als gewonnen werten? Den ganzen Beitrag lesen »

Reklamation eines illegalen Zugs

sxg5.jpgFrage: Die nebenstehende Stellung entsteht in einer Blitzpartie. Weiß spielt Sxg5+. Schwarz fasst seinen König an, um ihn aus dem Schach zu ziehen, stellt dann fest, dass der Zug Sxg5+ regelwidrig war. Was kann Schwarz nun tun? Den ganzen Beitrag lesen »

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