Die Seite der NRW-Schachschiedsrichter

Schiedsrichter-Stammtisch 2010

Der nächste Schiedsrichter-Stammtisch findet am 29. Mai 2010 ab 11:00 Uhr statt beim

SV Günnigfeld
Sommerdellenstr. 26
44866 Bochum (Wattenscheid)

Wie immer sind alle Schachschiedsrichter aus NRW, gern aber auch ambitionierte Turnierleiter eingeladen, in lockerer Runde an einem Erfahrungsaustausch teilzunehmen.

Schlagen des Königs beim Blitzen ist verboten

Nach der letzten Regeländerung hat sich die Schiedsrichterkommission des DSB entschieden, ihre Auffassung aufzugeben, dass es sich beim Schlagen des gegnerischen Königs im Blitzschach um eine Form der Reklamation handelt. Das Schlagen des Königs stellt vielmehr selbst einen regelwidrigen Zug dar und kann als solcher, nachdem die Uhr gedrückt wurde, reklamiert werden. Mit der Aufhebung der früheren Regelung schließt sich der DSB der internationalen Auffassung an.

Quelle

Weitere Schwierigkeiten mit den DGT-Uhren

Bei den in Deutschland nur selten gebrauchten Fischer-Zeiten für Schnell- und Blitzschach zeigen die turniergeeigneten DGT-Uhren (DGT 2000, DGT XL und DGT 2010) ein fehlerhaftes Verhalten:

Alle drei Uhren schalten nach dem Überschreiten der Zeitkontrolle bei einem Spieler auch die andere Uhr ab. Auf diese Weise kann der andere Spieler nicht mehr die Zeit überschreiten, so dass es nicht mehr zum Remis wegen beiderseits abgelaufener Uhren kommen kann. Dieses Verhalten steht im Gegensatz zu den Regeln und macht die Uhren für den Einsatz im Schnell- und Blitzschach mit Fischer-Zeit unbrauchbar, falls keine ausreichende Beobachtung der Partien durch Schiedsrichter garantiert ist. (Dank für den Hinweis an Peter Hoffmann.)

Fehlerhafte Beschriftung bei der DGT 2010

Die auf dem Boden der DGT 2010 aufgedruckte Beschreibung des Programms 19 der Uhr ist fehlerhaft: Die Uhr addiert für die zweite Spielperiode nicht, wie dort beschrieben, 30 Minuten, sondern nur 15 Minuten hinzu. In der Gebrauchsanleitung der Uhr wird das Programm 19 dagegen korrekt beschrieben. (Mit Dank für den Hinweis an Leo Evers!)

Alte SchachTimer „Silver“ ungeeignet

Bei einem Kampf der 1. Runde in der NRW-Klasse gab es Schwierigkeiten beim Einstellen der vom Gastgeber benutzten Uhren vom Typ SchachTimer „Silver“. Die verwendeten Uhren stammen aus der Zeit vor der FIDE-Zertifizierung des SchachTimers und lassen im Modus 10 keine Programmierung einer dritten Spielphase zu. Der Kampf wurde für die Gastgeber mit 0:8 gewertet.

Es wird daher allen Vereinen, die den SchachTimer „Silver“ einsetzen, dringend geraten, zu prüfen, ob ihre Uhren die aktuelle Bedenkzeit tatsächlich darstellen können. Am einfachsten geschieht dies durch einen Blick auf die Rückseite der Uhren:

— Ist dort der Modus 10 mit drei Spielperioden (»100min + 50min + 10min. 30sec/m«) beschrieben, so ist die Uhr geeignet, muss aber noch entsprechend eingestellt werden.
— Sind für den Modus 10 dagegen nur zwei Spielperioden angegeben, so handelt es sich um ein älteres Modell der Uhr, das für  für den Einsatz nicht geeignet ist und auch nicht entsprechend eingestellt werden kann.

DGT 2000 nicht für Fischer-Modus geeignet

Wie der DSB-Bundesspielleiter Jürgen Kohlstädt mitteilt, ist die DGT 2000 für alle Kämpfe mit Fischer-Modus als ungeeignet anzusehen und darf nicht verwendet werden. Die Schiedsrichter dürfen Wettkämpfe in der 2. Bundesliga nicht beginnen lassen, wenn der gastgebende Verein die DGT 2000 verwendet.

Das Problem besteht darin, dass der frei programmierbare Modus für Fischer-Bedenkzeiten (Modus 25) bei der DGT 2000 fehlerhaft ist. In diesem Modus können bis zu vier Spielperioden mit Bedenkzeitzuschlag pro Zug programmiert werden. Auch ein interner Zugzähler kann eingestellt werden. Dieser Zugzähler muss aber, um den Ansprüchen der Regeln zu genügen, auf 0 gesetzt werden. Leider führt aber genau dies zu einem Fehler beim Übergang von der ersten zur zweiten Partiephase: Nachdem auf einer der beiden Uhren die Bedenkzeit abgelaufen ist, schlägt die Uhr bei abgeschaltetem Zugzähler nicht, wie zu erwarten, die Zeit für die zweite Periode zu, sondern bleibt einfach stehen. Die Uhr kann daher für einen ordnungsgemäßen Spielbetrieb im Fischer-Modus nicht verwendet werden.

Da auch auf NRW-Ebene mit dem langen Fischer-Modus gespielt wird, gilt auch hier, dass die DGT 2000 als ungeeignet für den Spielbetrieb angesehen werden muss.

Das Nachfolgemodell DGT 2010 weist diesen Fehler ebenso wie die DGT XL nicht auf!

DGT-Uhren und Fischer-Modus

Da nun auch unterhalb der 1. Bundesliga mit dem Fischer-Modus gespielt wird, hier zwei Hinweise, die sich beim Gebrauch der DGT-Uhren als nützlich erweisen:

1. Alle DGT-Uhren addieren den Zeitbonus immer vor dem Zug zur Grundzeit hinzu. Stellt man eine DGT-Uhr also für die erste Spielphase auf 1:40 h + 30 s/Zug ein, so wird die Uhr mit einer Grundzeit von 1:40.30 starten. Solange in der Ausschreibung nicht audsrücklich vermerkt ist, dass der Zeitbonus nach dem Zug zu erteilen ist, stellt dies kein größeres Problem dar. Zu vermeiden ist das Problem in jedem Fall durch die Enistellung von 1:39.30 h + 30 s/Zug als Grundzeit; dann starte die Uhr korrekt mit 1:40.00.

2. Die DGT XL und DGT 2010 besitzen einen eingebauten Zugzähler. Zugzähler in Uhren sind grundsätzlich problematisch und sollten nach Möglichkeit abgeschaltet werden. Die beiden genannten DGT-Uhren weisen konkret das Problem auf, dass sie bei eingeschaltetem Zugzähler dem Spieler mit den weißen Steinen nach dem abgeschlossenen 40. Zug sofort die Zeit für die zweite Spielphase zuschlagen. Daran kann der Schwarzspieler erkennen, dass Weiß die 40 Züge – zumindest laut Zugzähler der Uhr – vollendet hat und er selbst nur noch einen Zug in der verbleibenden Zeit absolvieren muss.

Bei Gebrauch dieser DGT-Uhren empfiehlt es sich daher, die fest einprogrammierten Zeitkontrollen im Fischer-Modus zu meiden und die Uhr in einem der frei programmierbaren Modi manuell einzustellen. Dabei ist es wichtig, den Zugzähler auf »00« stehen zu lassen bzw. zu setzen. Die Uhr schlägt dann wie üblich die Zeit für die nächste Spielphase auf beide Uhren auf, wenn bei einem der beiden Spieler das Fähnchen fällt.

Aktuelle FIDE-Schachegeln (deutsch)

Wir stellen hier die deutsche Fassung der ab dem 1. Juli 2014 geltenden Fide-Schachregeln zum Download zur Verfügung. Es wird keine Garantie dafür übernommen, dass die hier angebotene Fassung mit der Druckfassung in allen Fällen identisch ist. Auch kann die hier angebotene Fassung noch Fehler in Orthographie und Zeichensetzung aufweisen. Im Zweifelsfall ist die aktuelle gedruckte Fassung vorzuziehen bzw. die englische Original-Fassung der Schachregeln.

Download: FIDE-Regel (deutsch) ab 1. Juli 2014

Änderungen der FIDE-Regeln

Wie sich inzwischen herumgesprochen hat, stehen ab dem 1. Juli 2009 Änderungen der FIDE-Regeln an. Zumindest eine Änderung – die Reduzierung der Wartezeit bis eine Partie als kampflos verloren gewertet wird – hat bereits im Vorfeld für große Diskussionen gesorgt, obwohl in den meisten Bereichen noch gar nicht klar ist, wie sich die entsprechende Regeländerung konkret auswirken wird.

Inzwischen liegt die englische Fassung der neuen Regeln vor; an der deutschen Übersetzung wird derzeit noch gearbeitet.

Hier sollen im Folgenden die wichtigen Änderungen des FIDE-Regelwerks dargestellt werden (es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit):

Wartezeit: Die bisherige Regel 6.7 wird durch Regel 6.6 a. ersetzt. Die neue Regel besagt, dass ein Spieler, der nach dem tatsächlichen Beginn der Partie am Brett erscheint, die Partie verliert. Die Regel räumt allerdings ausdrücklich die Möglichkeit ein, dass das Turnierreglement hier eine andere Regelung trifft.

Korrektur der Uhren: In 6.10 b. wird nun ausdrücklich verfügt, dass eine Uhr, die zu Anfang falsch eingestellt wurde, von den Spielern oder dem Schiedsrichter gestoppt werden darf. Der Schiedsrichter stellt die Uhr dann nach bester Kenntnis richtig ein. Dies ist wohl in erster Linie auf elektronische Uhren gemünzt, bei denen eine eventuelle falsche Einstellung der zweiten Partiephase sich erst nach der Zeitkontrolle zeigt.

Illegale Züge: Die bisherige Regelung in 7.4 b. wird um den Hinweis ergänzt, dass eine Partie nur dann nach 3 illegalen Zügen desselben Spielers für diesen Spieler als verloren gewertet werden, wenn sein Gegner noch mattsetzen kann. Ansonsten ist die Partie remis.

Remis-Angebote: Regel 9.1 a. erlaubt nun ausdrücklich, dass das Turnierreglement festlegen kann, ab welchem Zug die Spieler ohne Zustimmung des Schiedsrichters Remis vereinbaren dürfen. Hiermit wird die sogenannte Sofia-Regel legalisiert.

Regel 9.5 wird dahingehend präzisiert, dass ein Spieler, der Remis wegen dreimaliger Stellungswiederholung oder der 50-Züge-Regel beantragt, die Uhr anhalten darf, aber nicht anhalten muss. Außerdem wird 9.5 b. vereinfacht: Ein unberechtigter Remisantrag in den oben genannten Fällen führt nun nur noch zu einer Zeitgutschrift vom 3 Minuten beim Gegner des Antragsstellers; der Zeitabzug beim Antragsteller fällt ersatzlos weg.

Handys: Die jetzige Regel 12.2 b. wird als 12.3 b. neu gefasst: Das Mitführen von Handys oder anderen elektronischen Geräten ist nun wieder erlaubt unter der Bedingung, dass diese Geräte komplett abgeschaltet sind. Außerdem wird die Strafe des  Partieverlust nun ausdrücklich auf jedes Geräusch ausgedehnt, das ein solches Gerät produziert. Sollte in einem solchen Fall der Gegner nicht mehr mattsetzen können, wird die Partie 0:½ gewertet.

Rauchverbot: Ein Rauchverbot im Turniersaal und allen nicht besonders vom Schiedsrichter dafür festgelegten Bereichen des Turnierareals ist nun Bestandteil der Regeln (12.3 c.).

Geräuschquellen: Regel 12.6 wird ergänzt um das Verbot, Geräuschquellen in den Turniersaal mitzubringen; gemeint sind offensichtlich MP3-Player und ähnliches.

Schnellschach/Blitz: Die Schnellschach- und Blitzschachregeln werden in A3 bzw. B2 dahingehend geändert, dass bei ausreichender Beobachtung der Partien durch Schiedsrichter (bei Schnellschach 1 Schiedsrichter pro 3 Partien; beim Blitz 1 Schiedsrichter pro Partie) bis auf die Notationspflicht nach den ganz normalen Turnierschachregeln gespielt wird.

Im Blitzschach wird die Regelung bei illegalen Zügen ergänzt: Wenn ein Spieler einen illegalen Zug gemacht hat und der Gegner diesen bereits beantwortet hat, so können sich die beiden Spieler ohne Eingreifen eines Schiedsrichters darauf einigen, dass der illegale Zug und der Antwortzug zurückgenommen werden.

Fischer-Schach/Chess 960: Die Regeln wurden um einen Anhang F ergänzt, der das sogenannte Fischer-Schach bzw. Chess 960 beschreibt.

FIDE beschließt wichtige Regeländerungen …

Das Presseamt der Stadt Dresden teilt heute in einer Pressemitteilung mit:

FIDE beschließt wichtige Regeländerungen zur Schacholympiade.
Ignatius Leong lobt die Landeshauptstadt Dresden für ihre Vorbereitung

Ignatius Leong, Hauptschiedsrichter der Schacholympiade und Generalsekretär des Weltschachverbandes FIDE, überraschte die Journalisten heute beim Pressegespräch. „Es wird bei der Schacholympiade 2008 in Dresden umwälzende Neuerungen im Rgelwerk geben“, kündigte der Mann aus Singapur an. Erstmals müssen die Föderationen ihre Nominierungen bereits zum 12. September abgegeben haben. Bisher waren Änderungen in der Mannschaftsaufstellung noch bis kurz vor der Schacholympiade möglich. Darüber hinaus geht der Weltschachverband noch einmal das leidige Thema der frühen Einigung auf Remis an. Schon einmal gab es die Regelung, dass kein Unentschieden vor einer bestimmten Zugzahl vereinbart werden durfte – diesen Paragraphen missachtete der inzwischen verstorbene Ex-Weltmeister Bobby Fischer ungestraft. Nun ist vereinbart, dass kein Remis vor dem 30. Zug entsteht. Die wichtigste Neuigkeit ist aber, dass die Spieler genau wie bei jeder anderen Sportart exakt zum vereinbarten Spielbeginn am Brett erscheinen müssen, sonst wird die Partie mit Verlust für den nicht erschienenen Spieler gewertet. Schachspieler erlaubten sich bisher den Luxus, bis zu einer Stunde verspätet zu erscheinen.

Schon vor dieser Ansage galt Dresden als Reformolympiade. Beispielsweise wird die Rundenanzahl von 14 auf 11 begrenzt, die Mannschaftspunkte werden in der Nationenwertung vor den Brettpunkten kalkuliert, die Damenteams wurden auf vier Spielerinnen aufgestockt und die Ersatzspieler auf eine Person begrenzt.

Leong erteilte den Organisatoren die Note „Ausgezeichnet“ für ihre Vorbereitungen. Dresden ist mit der Planung seiner Zeit weit voraus und kann ideale Spielbedingungen aufweisen. „Die weiteren Schritte versprechen für den Schachherbst in Deutschland traumhafte Bedingungen“, ergänzte der erfahrene Turnierorganisator.

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