Die Seite der NRW-Schachschiedsrichter

DGT 2000 nicht für Fischer-Modus geeignet

Wie der DSB-Bundesspielleiter Jürgen Kohlstädt mitteilt, ist die DGT 2000 für alle Kämpfe mit Fischer-Modus als ungeeignet anzusehen und darf nicht verwendet werden. Die Schiedsrichter dürfen Wettkämpfe in der 2. Bundesliga nicht beginnen lassen, wenn der gastgebende Verein die DGT 2000 verwendet.

Das Problem besteht darin, dass der frei programmierbare Modus für Fischer-Bedenkzeiten (Modus 25) bei der DGT 2000 fehlerhaft ist. In diesem Modus können bis zu vier Spielperioden mit Bedenkzeitzuschlag pro Zug programmiert werden. Auch ein interner Zugzähler kann eingestellt werden. Dieser Zugzähler muss aber, um den Ansprüchen der Regeln zu genügen, auf 0 gesetzt werden. Leider führt aber genau dies zu einem Fehler beim Übergang von der ersten zur zweiten Partiephase: Nachdem auf einer der beiden Uhren die Bedenkzeit abgelaufen ist, schlägt die Uhr bei abgeschaltetem Zugzähler nicht, wie zu erwarten, die Zeit für die zweite Periode zu, sondern bleibt einfach stehen. Die Uhr kann daher für einen ordnungsgemäßen Spielbetrieb im Fischer-Modus nicht verwendet werden.

Da auch auf NRW-Ebene mit dem langen Fischer-Modus gespielt wird, gilt auch hier, dass die DGT 2000 als ungeeignet für den Spielbetrieb angesehen werden muss.

Das Nachfolgemodell DGT 2010 weist diesen Fehler ebenso wie die DGT XL nicht auf!

Einsatzpläne NRW 2009/2010

Die Einsatzpläne der kommenden Saison für die NRW-Schiedsrichter sind nun im Netz verfügbar:

Änderungswünsche und Tauschvorschläge bitte per E-Mail direkt an Frank Strozewski.

DGT-Uhren und Fischer-Modus

Da nun auch unterhalb der 1. Bundesliga mit dem Fischer-Modus gespielt wird, hier zwei Hinweise, die sich beim Gebrauch der DGT-Uhren als nützlich erweisen:

1. Alle DGT-Uhren addieren den Zeitbonus immer vor dem Zug zur Grundzeit hinzu. Stellt man eine DGT-Uhr also für die erste Spielphase auf 1:40 h + 30 s/Zug ein, so wird die Uhr mit einer Grundzeit von 1:40.30 starten. Solange in der Ausschreibung nicht audsrücklich vermerkt ist, dass der Zeitbonus nach dem Zug zu erteilen ist, stellt dies kein größeres Problem dar. Zu vermeiden ist das Problem in jedem Fall durch die Enistellung von 1:39.30 h + 30 s/Zug als Grundzeit; dann starte die Uhr korrekt mit 1:40.00.

2. Die DGT XL und DGT 2010 besitzen einen eingebauten Zugzähler. Zugzähler in Uhren sind grundsätzlich problematisch und sollten nach Möglichkeit abgeschaltet werden. Die beiden genannten DGT-Uhren weisen konkret das Problem auf, dass sie bei eingeschaltetem Zugzähler dem Spieler mit den weißen Steinen nach dem abgeschlossenen 40. Zug sofort die Zeit für die zweite Spielphase zuschlagen. Daran kann der Schwarzspieler erkennen, dass Weiß die 40 Züge – zumindest laut Zugzähler der Uhr – vollendet hat und er selbst nur noch einen Zug in der verbleibenden Zeit absolvieren muss.

Bei Gebrauch dieser DGT-Uhren empfiehlt es sich daher, die fest einprogrammierten Zeitkontrollen im Fischer-Modus zu meiden und die Uhr in einem der frei programmierbaren Modi manuell einzustellen. Dabei ist es wichtig, den Zugzähler auf »00« stehen zu lassen bzw. zu setzen. Die Uhr schlägt dann wie üblich die Zeit für die nächste Spielphase auf beide Uhren auf, wenn bei einem der beiden Spieler das Fähnchen fällt.

Aktuelle FIDE-Regeln (deutsch)

Wir stellen hier die deutsche Fassung der ab dem 1. Juli 2009 geltenden Fide-Regeln zum Download zur Verfügung. Es wird keine Garantie dafür übernommen, dass die hier angebotene Fassung mit der Druckfassung des DSB in allen Fällen identisch ist. Auch kann die hier angebotene Fassung noch Fehler in Orthographie und Zeichensetzung aufweisen. Im Zweifelsfall ist die gedruckte Fassung des DSB vorzuziehen bzw. die englische Original-Fassung der Regeln.

Download: FIDE-Regel (deutsch) ab 1. Juli 2009

Einen schnellen Überblick über wichtige Änderungen gibt dieser Artikel.

Änderungen der FIDE-Regeln

Wie sich inzwischen herumgesprochen hat, stehen ab dem 1. Juli 2009 Änderungen der FIDE-Regeln an. Zumindest eine Änderung – die Reduzierung der Wartezeit bis eine Partie als kampflos verloren gewertet wird – hat bereits im Vorfeld für große Diskussionen gesorgt, obwohl in den meisten Bereichen noch gar nicht klar ist, wie sich die entsprechende Regeländerung konkret auswirken wird.

Inzwischen liegt die englische Fassung der neuen Regeln vor; an der deutschen Übersetzung wird derzeit noch gearbeitet.

Hier sollen im Folgenden die wichtigen Änderungen des FIDE-Regelwerks dargestellt werden (es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit):

Wartezeit: Die bisherige Regel 6.7 wird durch Regel 6.6 a. ersetzt. Die neue Regel besagt, dass ein Spieler, der nach dem tatsächlichen Beginn der Partie am Brett erscheint, die Partie verliert. Die Regel räumt allerdings ausdrücklich die Möglichkeit ein, dass das Turnierreglement hier eine andere Regelung trifft. Derzeit sind im Bereich des SB NRW folgende Wartezeiten festgelegt (es sind bis zum Saisonbeginn durchaus noch Änderungen möglich):

  • 1. Bundesliga: 30 Minuten.
  • 2. Bundesliga: 0 Minuten.
  • SB NRW: 30 Minuten.

Hier wird man sich wohl für eine Weile auf unterschiedliche Regelungen auf den diversen Spielebenen einrichten müssen.

Korrektur der Uhren: In 6.10 b. wird nun ausdrücklich verfügt, dass eine Uhr, die zu Anfang falsch eingestellt wurde, von den Spielern oder dem Schiedsrichter gestoppt werden darf. Der Schiedsrichter stellt die Uhr dann nach bester Kenntnis richtig ein. Dies ist wohl in erster Linie auf elektronische Uhren gemünzt, bei denen eine eventuelle falsche Einstellung der zweiten Partiephase sich erst nach der Zeitkontrolle zeigt.

Illegale Züge: Die bisherige Regelung in 7.4 b. wird um den Hinweis ergänzt, dass eine Partie nur dann nach 3 illegalen Zügen desselben Spielers für diesen Spieler als verloren gewertet werden, wenn sein Gegner noch mattsetzen kann. Ansonsten ist die Partie remis.

Remis-Angebote: Regel 9.1 a. erlaubt nun ausdrücklich, dass das Turnierreglement festlegen kann, ab welchem Zug die Spieler ohne Zustimmung des Schiedsrichters Remis vereinbaren dürfen. Hiermit wird die sogenannte Sofia-Regel legalisiert.

Regel 9.5 wird dahingehend präzisiert, dass ein Spieler, der Remis wegen dreimaliger Stellungswiederholung oder der 50-Züge-Regel beantragt, die Uhr anhalten darf, aber nicht anhalten muss. Außerdem wird 9.5 b. vereinfacht: Ein unberechtigter Remisantrag in den oben genannten Fällen führt nun nur noch zu einer Zeitgutschrift vom 3 Minuten beim Gegner des Antragsstellers; der Zeitabzug beim Antragsteller fällt ersatzlos weg.

Handys: Die jetzige Regel 12.2 b. wird als 12.3 b. neu gefasst: Das Mitführen von Handys oder anderen elektronischen Geräten ist nun wieder erlaubt unter der Bedingung, dass diese Geräte komplett abgeschaltet sind. Außerdem wird die Strafe des  Partieverlust nun ausdrücklich auf jedes Geräusch ausgedehnt, das ein solches Gerät produziert. Sollte in einem solchen Fall der Gegner nicht mehr mattsetzen können, wird die Partie 0:½ gewertet.

Rauchverbot: Ein Rauchverbot im Turniersaal und allen nicht besonders vom Schiedsrichter dafür festgelegten Bereichen des Turnierareals ist nun Bestandteil der Regeln (12.3 c.).

Geräuschquellen: Regel 12.6 wird ergänzt um das Verbot, Geräuschquellen in den Turniersaal mitzubringen; gemeint sind offensichtlich MP3-Player und ähnliches.

Schnellschach/Blitz: Die Schnellschach- und Blitzschachregeln werden in A3 bzw. B2 dahingehend geändert, dass bei ausreichender Beobachtung der Partien durch Schiedsrichter (bei Schnellschach 1 Schiedsrichter pro 3 Partien; beim Blitz 1 Schiedsrichter pro Partie) bis auf die Notationspflicht nach den ganz normalen Turnierschachregeln gespielt wird.

Im Blitzschach wird die Regelung bei illegalen Zügen ergänzt: Wenn ein Spieler einen illegalen Zug gemacht hat und der Gegner diesen bereits beantwortet hat, so können sich die beiden Spieler ohne Eingreifen eines Schiedsrichters darauf einigen, dass der illegale Zug und der Antwortzug zurückgenommen werden.

Fischer-Schach/Chess 960: Die Regeln wurden um einen Anhang F ergänzt, der das sogenannte Fischer-Schach bzw. Chess 960 beschreibt.

Ausbildung zum Nationalen SR 2009

Jürgen Klüners, der mitverantwortlich für die nationale Schiedsrichter-Ausbildung ist, teilt heute mit:

Auch dieses Jahr gibt es wieder eine Fort- und eine Neuausbildung für nationale Schiedsrichter. Die Lehrgänge werden parallel vom 18.6.-21.6 bzw. 19.6.-21.6.2009 in Postbauer-Heng durchgeführt.

Die Ausschreibungen finden Sie auch hier:

Nächster Schiedsrichter-Stammtisch am 06.06.2009

Der Schiedsrichter-Stammtisch 2009 findet am 6. Juni 2009 ab 11:00 Uhr statt im

Schachzentrum Mülheim
An den Sportstätten 2
45468 Mülheim a. d. Ruhr

Turnierleiterlehrgang in Solingen

Am 20. und 27. September fand in der Solinger Stadtbibliothek der diesjährige Turnierleiterlehrgang des SB NRW statt. Mit der erfreulichen Beteiligung von 15 Interessierten, darunter auch eine angehende Turnierleiterin, zeigte sich das Ausbilderteam hoch zufrieden. Auf dem Programm standen die Turnierordnung des DSB sowie die BTO, einen ausführliche FIDE-Regelkunde auch illustriert an Fällen aus der Schiedsrichter-Praxis, die Darstellung der gebräuchlichsten Turniersysteme, Arbeitsgruppen zu Turnier-Ausschreibung, Vor- und Nachbereitung sowie Durchführung eines Turniers und schließlich auch Details zu Spielerpassordnung, Elo- und DWZ-Auswertung, Protest- und Verfahrensfragen.

Die angehenden Turnierleiter waren an beiden Tagen hochkonzentriert bei der Sache, belebten mit ihren Nachfragen den teilweise doch etwas trockenen Stoff und stellten sich am Ende des zweiten Tages einer anderthalbstündigen schriftlichen Prüfung, deren Bestehen Voraussetzung zum Erhalt der Turnierleiterlizens ist. Die Turnierleiterlizenz ist die erste der drei Stufen in der Ausbildung zum DSB-Schiedsrichter. Ihr folgt nach frühestens einem Jahr die Ausbildung zum regionalen Schiedsrichter.

Den diesjährigen Lehrgang hatte Co-Ausbilder Dr. Marius Fränzel, der auch Vorsitzender des Schachbezirks Bergisch Land ist, bewußt nach Solingen geholt, um den Ausbildungsstand in seinem Schachbezirk zu verbessern. Natürlich dürfen gern auch andere Schachbezirke NRWs beim Ausbildungsleiter Ralf Chadt-Rausch nachfragen, wie und wann sich ein solcher Lehrgang in ihrem Raum realisieren lässt.

SR-Ausbildung 2009

Die voraussichtlichen Ausbidungstermine des SB NRW im Bereich Schiedsrichterwesen im Jahr 2009 sind:

Turnierleiter-Lizenz-Lehrgang
Lehrgangs-Nr.: SB-2009-08
Termin/Ort:
Teil 1: 19.09.09, 10.00–18.00 Uhr, Witten-Annen
Teil 2: 26.09.09, 10.00–18.00 Uhr, Witten-Annen

Schiedsrichter-Lizenzausbildung
Lehrgangs-Nr.: SB-2009-09
Termin/Ort: 13.11.–15.11.09, Stenden

Fortbildung Turnierleiter / Regionaler Schiedsrichter
Lehrgangs-Nr.: SB-2009-10
Termin/Ort: 28.11.2009, 10.00–18.00 Uhr, Duisburg

Weitere Infos und Anmeldung wie immer über die Seiten des SB NRW.

FIDE beschließt wichtige Regeländerungen …

Das Presseamt der Stadt Dresden teilt heute in einer Pressemitteilung mit:

FIDE beschließt wichtige Regeländerungen zur Schacholympiade.
Ignatius Leong lobt die Landeshauptstadt Dresden für ihre Vorbereitung

Ignatius Leong, Hauptschiedsrichter der Schacholympiade und Generalsekretär des Weltschachverbandes FIDE, überraschte die Journalisten heute beim Pressegespräch. „Es wird bei der Schacholympiade 2008 in Dresden umwälzende Neuerungen im Rgelwerk geben”, kündigte der Mann aus Singapur an. Erstmals müssen die Föderationen ihre Nominierungen bereits zum 12. September abgegeben haben. Bisher waren Änderungen in der Mannschaftsaufstellung noch bis kurz vor der Schacholympiade möglich. Darüber hinaus geht der Weltschachverband noch einmal das leidige Thema der frühen Einigung auf Remis an. Schon einmal gab es die Regelung, dass kein Unentschieden vor einer bestimmten Zugzahl vereinbart werden durfte – diesen Paragraphen missachtete der inzwischen verstorbene Ex-Weltmeister Bobby Fischer ungestraft. Nun ist vereinbart, dass kein Remis vor dem 30. Zug entsteht. Die wichtigste Neuigkeit ist aber, dass die Spieler genau wie bei jeder anderen Sportart exakt zum vereinbarten Spielbeginn am Brett erscheinen müssen, sonst wird die Partie mit Verlust für den nicht erschienenen Spieler gewertet. Schachspieler erlaubten sich bisher den Luxus, bis zu einer Stunde verspätet zu erscheinen.

Schon vor dieser Ansage galt Dresden als Reformolympiade. Beispielsweise wird die Rundenanzahl von 14 auf 11 begrenzt, die Mannschaftspunkte werden in der Nationenwertung vor den Brettpunkten kalkuliert, die Damenteams wurden auf vier Spielerinnen aufgestockt und die Ersatzspieler auf eine Person begrenzt.

Leong erteilte den Organisatoren die Note „Ausgezeichnet” für ihre Vorbereitungen. Dresden ist mit der Planung seiner Zeit weit voraus und kann ideale Spielbedingungen aufweisen. „Die weiteren Schritte versprechen für den Schachherbst in Deutschland traumhafte Bedingungen”, ergänzte der erfahrene Turnierorganisator.

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Kurznachrichten:

  • Hinweis zur DGT XL – Beim Schiedsrichter-Stammtisch 2010 wurde von vereinzelten Fällen berichtet, bei denen die DGT XL beim Fischer-Modus in der dritten ...
  • Einsatzplanung für die Saison 2010/2011 – Das Formular für die Einsatzplanung soll in diesem Jahr ausschließlich per E-Mail  versandt werden. Zu diesem Zweck stehen ...
  • Schiedsrichter-Stammtisch 2010 – Der nächste Schiedsrichter-Stammtisch findet am 29. Mai 2010 ab 11:00 Uhr statt beim SV Günnigfeld Sommerdellenstr. 26 44866 Bochum (Wattenscheid) Wie immer ...
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