Die Seite der NRW-Schachschiedsrichter

DGT 1001

DGT1001Mit der DGT 1001 hat der niederländische Marktführer in Sachen elektronischer Uhren einen kleinen, preiswerten und einfach zu bedienenden Zeitnehmer auf den Markt gebracht, der unter anderem auch als Schachuhr beworben wird. Mit einem Preis zwischen 20 und 25 Euro handelt es sich um eine echte Konkurrenz zu mechanischen Uhren. Allerdings ist die Uhr in der Bedienung derartig vereinfacht worden, dass sie für den Turnierbetrieb auch im Blitz- und Schnellschach nicht geeignet ist.

Die Uhr ist vergleichsweise klein (Standfläche 15,5 × 6 cm; Höhe 4,2 cm) und sehr leicht (knapp über 100 gr. inkl. der Batterie). Sie ist trotzdem ausreichend standfest und auch in etwas hektischeren Spielphasen stabil. Das Display ist ausreichend groß (11,5 cm) und weist für beide Seiten eine fünstellige Anzeige (h:mm:ss) auf, so dass bei allen Bedenkzeiten immer eine genaue Anzeige der Restbedenkzeit erfolgt. Sie verfügt über ein optionales Tonsignal, dass sich fürs Schachspielen aber komplett und dauerhaft abschalten lässt. Sie ist in einer schwarzen Version mit weißen Tasten und einer weißen mit blauen Tasten lieferbar.

Die Bedienung ist aufs Äußerste vereinfacht und erfolgt über sechs Tasten oben auf der Uhr: Außer den beiden großen seitlichen Tasten zum Anhalten der einen und Ingangsetzen der anderen Uhr finden sich eine Taste zum Ein- und Ausschalten der Uhr (wodurch die Uhr zugleich auf die zuletzt eingestellte Bedenkzeit zurückgesetzt wird), eine Taste zum Anhalten und Starten der Uhr (das Starten der Uhr kann auch durch Drücken einer der beiden großen seitlichen Tasten erfolgen) und zwei, mit + und – bezeichneten Tasten zum Einstellen der Bedenkzeit. Bei Drücken der seitlichen Tasten ist ein deutlicher Klickton zu hören, der das Umschalten auf die Uhr des Gegners anzeigt. Die großen Tasten sprechen sehr gut an und reagieren zuverlässig, so dass auch ein blindes Drücken der Uhr in Zeitnot problemlos möglich ist. Alles in allem machte die Uhr bei ersten Testspielen einen sehr soliden und stabilen Einduck.

Das Einstellen der Bedenkzeit kann zwischen 1 Sekunde und 9½ Stunden erfolgen, allerdings sind nur bestimmte Bedenkzeiten realisierbar: Bis zu 1 Minuten lässt sich die Uhr sekundengenau einstellen; zwischen 1 und 10 Minuten wird die Bedenkzeit mit jedem Druck der Tasten + oder – um 30 Sekunden erhöht bzw. verringert; zwischen 10 Minuten und 2 Stunden erfolgt die Einstellung in Schritten von 5 Minuten, und bei über 2 Stunden sind es 30-Minutenschritte, die man einstellen kann. Anders gesagt: Eine Bedenkzeit von etwa 12 Minuten pro Spieler lässt sich nicht realisieren. Außerdem können beide Seiten der Uhr nur gleich eingestellt werden; Partien mit Zeithandicap sind nicht möglich. Auch Partien mit Fischer- oder Bronstein-Bedenkzeit können mit dieser Uhr nicht gespielt werden. Wahrscheinlich ist es unnötig zu erwähnen, dass die Uhr keine zweite Partiephase darzustellen vermag.

Was die Uhr für den Turnierbetrieb bei Blitz- und Schnellschach leider ungeeignet macht, ist, dass die einmal eingestellte Bedenkzeit während der laufenden Partie in keiner Weise abgeändert werden kann. Zeitstrafen lassen sich also nicht einstellen.

Die Uhr ist sicherlich keine vollwertige Schachuhr, so wie man das sonst von DGT gewohnt ist, aber sie ist für das Hobby- und Privatspiel eine preiswerte und zugleich solide Alternative zu mechanischen Schach- oder auch Blitzuhren. Sie besticht mit ihrem einfachen Bedienungskonzept; ihre geringe Größe und Gewicht machen sie auch zu einem attraktiven Reisebegleiter für Schachspieler.

Die neue „Silver“ (2014)

Nachdem die einzige zugelassene Alternative zu den DGT-Uhren, die „Silver“, für einige Zeit nicht lieferbar war, ist jetzt eine aktualisierte Fassung der Uhr auf dem Markt verfügbar. Die aktuelle Fassung der „Silver“ unterscheidet sich nur in einem Detail wesentlich von den Vorläufermodellen: Sie verfügt über einen Ein-Aus-Schiebeschalter auf der Unterseite der Uhr. Alle anderen Veränderungen sind eher marginal: Die beiden Displays sind jetzt ein wenig größer, und die Vorderseite der Uhr ist insgesamt im Design etwas schlichter geworden. Statt des Schaumstoffrings, der bei den älteren Modellen den Standfuß bildete, finden sich jetzt vier Kunststoff-Füßchen. Auch der Aufdruck der Programmoptionen und der Kurz-Bedienungsanleitung auf der Rückseite der Uhr wurde leicht verändert, doch alles in allem handelt es sich bei diesen Änderungen nur um Kleinigkeiten.

Auch der Ein-Aus-Schalter auf der Unterseite der Uhr erscheint eher als eine kosmetische Veränderung der Uhr, denn die Anzahl und Funktionen aller anderen Tasten hat sich nicht verändert, so dass die Uhr wie früher schon in einen Ruhemodus versetzt, aber auch die Zeiten durch eine fehlerhafte Bedienung komplett zurückgesetzt werden können, ohne die Uhr hochzuheben (vgl. Fide-Schachregel 6.2 c)).

Unbestreitbar von Vorteil ist aber, dass die Uhr ein voreingestelltes Programm für die seit dieser Saison auf Bundes- und NRW-Ebene benutzte Bedenkzeit (100 min./40 Züge + 50 min./Rest + 30 sec. Zuschlag ab dem ersten Zug) aufweist (MODE 10), was eine einfache und zugleich garantiert fehlerfreie Einstellung der Uhr erlaubt. Dieser Vorzug steht dem weiterhin problematischen Bedienungskonzept der Uhr gegenüber; und auch weiterhin ist die „Silver“ von den von der Fide für die Fischer-Bedenkzeiten zugelassenen Uhren die preiswerteste.

DGT 3000

10888-dgt3000-(left)Nach mehr als zehn Jahren bekommt die DGT XL, das Flagschiff unter den Uhren des holländischen Marktführers in Sachen elektronischer Uhren, mit der DGT 3000 eine Nachfolgerin. Die Uhr kam zum ersten Mal prominent bei der Schachweltmeisterschaft Carlsen-Anand in Sotschi zum Einsatz, und es ist damit zu rechnen, dass sie mit der Zeit die DGT XL überall ablösen wird.

Die DGT 3000 hat in etwa dieselben Abmessungen wie das Vorgängermodell. Sie verfügt aber über ein deutlich größeres Display, das eine große Menge an Informationen liefert. Außerdem handelt es sich um die erste DGT-Uhr, die vollständig den Anforderungen der FIDE-Schachregeln an eine elektronische Uhr entspricht, da sie für Blitz- oder Schnellschach mit Fischer-Bedenkzeit so eingestellt werden kann, dass im Falle einer Zeitüberschreitung das Einfrieren, sprich: Stehenbleiben der anderen Uhr vermieden werden kann. Das Display zeigt nun auch bei langen Bedenkzeiten von Anfang an die Sekunden, so dass jederzeit klar erkennbar ist, über wie viel Bedenkzeit die beiden Spieler noch verfügen. Die insbesondere für im Umgang mit elektronischen Uhren weniger erfahrene Spieler oft verwirrende Anzeige, wenn auf einer Seite der Uhr noch Stunden und Minuten, auf der anderen aber bereits Minuten und Sekunden angezeigt werden, gehört damit der Vergangenheit an. Diese Lösung wäre auch für die Nachfolgerin der DGT 2010 wünschenswert.

Zusätzlich zu den bislang gewohnten Informationen zeigt die DGT 3000 nun auch an, wieviele Zeitperioden für die Partie eingestellt wurden und in welcher Periode sich die beiden Spieler befinden. Außerdem kann der Schiedsrichter jederzeit vom Display ablesen, welche der Programmoptionen für die Einstellung der Uhr verwendet wurde. Als weiteren Unterschied kann man noch festhalten, dass der Schiebeschalter der DGT XL zum Ein- und Ausschalten der Uhr durch den  von anderen DGT-Modellen bekannten Druckknopf unter der Uhr abgelöst worden ist. Das grundsätzliche Konzept zum Einstellen der Uhr ist aber gleich geblieben, so dass sich, wer sich mit der DGT XL auskennt, auch mit der DGT 3000 sogleich zurecht finden wird.

Analog zur DGT XL lassen sich auch bei der DGT 3000 fünf Programmplätze (26–30) vollständig frei programmieren, wobei die einmal vorgenommenen Programmierungen auch beim Abschalten der Uhr und beim Batteriewechsel erhalten bleiben! Was die fest voreingestellten Programme angeht, hat einmal mehr die Praxis in Deutschland die Programmierung der Uhr überholt: Zwar hat die DGT 3000 einen voreingestellten Programmplatz für die in der letzten Saison auf Bundesebene noch benutzte lange Fischer-Bedenkzeit (Option 14), doch die aktuelle Bedenkzeit muss einmal mehr manuell eingestellt werden. Aufgrund der bequemen Programmierung der freien Plätze muss dies aber in der Regel nur einmal pro Uhr erfolgen.

Wie die Vorgängerin lässt sich die DGT 3000 auch an ein DGT-Brett anschließen. Ebenso ist sie als Display für Informationen bei der Nutzung des DGT-Bretts zusammen mit einem Computer geeignet, wobei auch hier aufgrund des größeren und differenzierteren Displays mehr Informationen als früher dargestellt werden können.

Die Uhr kostete derzeit im Fachhandel etwa 90 €, ist also in der Hauptsache für die Nutzer interessant, die besondere Ansprüche an eine elektronische Uhr stellen oder die die Uhr zusammen mit einem DGT-Brett verwenden wollen.

Eine detaillierte Anleitung zum Einstellen der Uhr ist auf der entsprechenden Seite der Uhrenkunde zu finden.

Uhrenkunde wurde aktualisiert

Die Seiten der DGT 2010 (erste und zweite Serie), der DGT XL und des SchachTimers Silver wurden dahingehend aktualisiert, dass die Anleitungen zum Einstellen der Uhren an die derzeit gültige Bedenkzeit der Bundesligen und der Ligen des SB NRW (100 min./40 Züge + 50 min./Rest + 30 sec./Zug ab dem 1. Zug) angepasst wurden.

Außerdem werden in Kürze entsprechende Anleitungen für die neue DGT 3000 und die aktuelle Version des SchachTimers Silver folgen.

Neu in der Uhrenkunde: Saitek Competition Pro

Die kleine Uhrenkunde mit Hinweisen zur Bedienung der gängigen in Deutschland lieferbaren elektronischen Uhren ist um den Nachfolger der Saitek Game Clock II erweitert worden. Die Saitek Competition Pro ist nicht für den offiziellen Turnierbetrieb mit Fischerbedenkzeit zugelassen, kann die entsprechenden Bedenkzeiten aber problemlos darstellen. Sie ist dennoch nicht uneingeschränkt für den Turnierbetrieb zu empfehlen, da ein versehentliches Rücksetzen der Uhr durch Fehlbedienung eines nicht sachkundigen Nutzers möglich ist.

In meiner Beschreibung der Uhr finden sich Anleitungen zum Einstellen der Uhr für die lange Fide-Bedenkzeit mit Fischer-Zuschlag und für die Standardbedenkzeit ohne Zuschlag.

Zur ausführlichen Beschreibung der Competition Pro

Regeländerungen zum 1. Juli 2014

Die FIDE hat inzwischen die Schachregeln in der Version veröffentlicht, die am 1. Juli 2014 in Kraft treten wird:

Laws of Chess – 1 July 2014 (pdf, 368 KB)

Außerdem wurde eine Übersicht über alle Änderungen zu den derzeit gültigen Schachregeln veröffentlicht:

Laws of Chess – Change Table 2009 – 2014 (pdf, 491 KB)

Sobald die verbindliche deutsche Übersetzung vorliegt, wird hier auf sie hingewiesen werden.

Fide-Schachregeln ändern sich vorerst nicht

Wie die Schiedsrichterkommission des DSB bekannt gibt, hat die FIDE die endgültige Entscheidung über die turnusgemäß anstehenden Regeländerungen noch einmal verschoben, so dass die geplanten Änderungen frühestens zum 1. Juli 2014 in Kraft treten werden.

Neue Version der DGT 2010

Seit Mitte Oktober wird eine neue Version der DGT 2010 ausgeliefert. Sie ist leicht daran zu erkennen, dass die Tasten zur Bedienung der Uhr blau eingefärbt sind. Die für den Liga-Betrieb wichtigste Veränderung ist, dass für die Lange Fischerbedenkzeit (1:40 h/40 Züge + 50 min./20 Züge + 15 min./Rest + 30 sec./Zug für alle Züge ab dem ersten Zug) jetzt das voreingestellte Programm 20 vorhanden ist. Die Uhr muss daher nicht mehr langwierig manuell programmiert werden, sondern es genügt die Auswahl des Programms 20, und die Uhr ist richtig eingestellt. Damit sind Fehleinstellungen der Uhr weitgehend ausgeschlossen.

Für diese neue Version der DGT 2010 wurde daher eine eigene Seite angelegt.

Außerdem wurde bei der neuen Version das voreingestellte Programm 19 verändert: Es entspricht nun der auf der Unterseite der Uhr abgedruckten Zeitkontrolle (90 min. + 30 min. + 30  sec./Zug für alle Züge ab dem ersten Zug). Hier hatte die alte Version der DGT 2010 für die zweite Periode nur 15 Minuten zugeschlagen.

Ein weiterer Vorteil der neuen Version besteht darin, dass sie sich in allen manuell einzustellenden Programmen die vorgenommen Programmierung merkt, auch wenn zwischenzeitlich ein anderes Programm der Uhr benutzt wurde.

Was leider nicht repariert wurde ist das regelwidrige Verhalten der Uhr bei Blitz- und Schnellschach mit Fischer-Modus. Hier wird nach Ablauf der Zeit auf einer Seite der Uhr die andere Uhr immer noch eingefroren, so dass ein Remis aufgrund beiderseitiger Zeitüberschreitung in diesen Modi ausgeschlossen ist.

Seite der DGT 2010 ergänzt

Die DGT 2010 hat für die in vielen unteren Ligen benutzte Bedenkzeit von 2h/40Züge + 1h/Rest keine vorprogrammierte Option. Ich wurde darauf aufmerksam gemacht, dass es Fälle gegeben hat, in denen das voreingestellte Programm 8 für diese Bedenkzeit gewählt wurde, was insofern problematisch ist, als die Uhr in diesem Fall nach der zweiten Spielphase nochmals 1 Stunde auf beide Uhren aufschlägt. Dies kann gerade in der Endspurtphase zu Verwirrung und in der Konsequenz zu unnötigen Streitfällen führen.

Die Uhr sollte daher mittels des Programms 5 manuell eingestellt werden. Die Seite der DGT 2010 wurde deshalb um eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Einstellung der Uhr auf diese Bedenkzeit ergänzt.

Hinweis zur DGT XL

Beim Schiedsrichter-Stammtisch 2010 wurde von vereinzelten Fällen berichtet, bei denen die DGT XL beim Fischer-Modus in der dritten Partiephase ein von der Programmierung abweichendes Verhalten zeigt: Einzelne Uhren schlagen in der dritten, abschließenden Partiephase nicht die programmierten 30 Sekunden pro Zug zu, sondern anscheinend willkürlich eine andere Bonuszeit, z. B. 3 Minuten. Dies scheint nur vereinzelt aufzutreten und ist bei ein und derselben Uhr nicht unbedingt reproduzierbar. Schiedsrichter sind also dazu aufgefordert, nach dem Übergang in die dritte Partiephase besonders sorgfältig darauf zu achten, ob die DGT XL die Bonuszeit richtig verarbeitet.

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