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DGT 2000 nicht für Fischer-Modus geeignet

Wie der DSB-Bundesspielleiter Jürgen Kohlstädt mitteilt, ist die DGT 2000 für alle Kämpfe mit Fischer-Modus als ungeeignet anzusehen und darf nicht verwendet werden. Die Schiedsrichter dürfen Wettkämpfe in der 2. Bundesliga nicht beginnen lassen, wenn der gastgebende Verein die DGT 2000 verwendet.

Das Problem besteht darin, dass der frei programmierbare Modus für Fischer-Bedenkzeiten (Modus 25) bei der DGT 2000 fehlerhaft ist. In diesem Modus können bis zu vier Spielperioden mit Bedenkzeitzuschlag pro Zug programmiert werden. Auch ein interner Zugzähler kann eingestellt werden. Dieser Zugzähler muss aber, um den Ansprüchen der Regeln zu genügen, auf 0 gesetzt werden. Leider führt aber genau dies zu einem Fehler beim Übergang von der ersten zur zweiten Partiephase: Nachdem auf einer der beiden Uhren die Bedenkzeit abgelaufen ist, schlägt die Uhr bei abgeschaltetem Zugzähler nicht, wie zu erwarten, die Zeit für die zweite Periode zu, sondern bleibt einfach stehen. Die Uhr kann daher für einen ordnungsgemäßen Spielbetrieb im Fischer-Modus nicht verwendet werden.

Da auch auf NRW-Ebene mit dem langen Fischer-Modus gespielt wird, gilt auch hier, dass die DGT 2000 als ungeeignet für den Spielbetrieb angesehen werden muss.

Das Nachfolgemodell DGT 2010 weist diesen Fehler ebenso wie die DGT XL nicht auf!

22 Reaktionen zu “DGT 2000 nicht für Fischer-Modus geeignet”
  1. Rank zero » Blog Archive » JT(4)

    […] […]

  2. Nordlicht_70

    Na Klasse. Nun haben also alle Vereine, die sich auf Empfehlung (bzw. auf Verlangen!) des Herrn K. und Konsorten die DGT 2000 gekauft haben, die A…karte gezogen und dürfen sich erneut nach vielleicht 2-3 Jahren einen neuen Satz Uhren kaufen.
    So nebenbei: Es gab auch damals schon elektronische Uhren, die nur halb so teuer waren wie die DGT2000.

    Ich frage mich – wann kommt die nächste (sinnfreie) Regeländerung, die dann die derzeit empfohlene DEGT2010 aus dem Rennen wirft?

    Man stelle sich das beim Fußball vor: Alle 3 Jahre wird die Größe des Tores geändert, womit neue Kosten auf die Vereine zukommen. Natürlich wird jeder Verein gezwungen ganz bestimmte Tore einer ganz bestimmten Firma zu kaufen und nicht etwa die nur halb so teuren Produkte einer beliebigen Firma.

    Wie lange glauben die „Allmächtigen des DSB“, werden die Vereine diesen Schwachsinn noch mitmachen?

    Einen Gruß von einem STINKSAUREM Schachamateur

  3. MF

    Niemand zwingt irgend einen Verein, Uhren einer bestimmten Marke zu kaufen. Eine solche Aussage ist einfach Unfug.

  4. Nordlicht_70

    Nein? Siehe TO des DSB, Punkt H-2.13 3.2 „… Es dürfen nur Schachuhren verwendet werden, die von der FIDE zugelassen sind.“

    Nun ist die Frage, wo man eine solche Liste der von der FIDE zugelassenen Uhren findet. Auf der DSB- und der FIDE-Seite habe ich eine solche nicht gefunden. Auf Nachfrage bei Verantwortlichen des DSB erhielt ich von einer maßgeblichen Person erst gar keine Antwort, die andere maßgebliche Person bestätigte mir, dass die DGT Uhren (DGT 2000, 2010, XL) und die Silver-Timer zugelassen sind und die Saitek Game Clock II nicht. Genauere Infos wollte man mir noch zukommen lassen – bis heute Schweigen im Walde. Damit ist für mich VORGESCHRIEBEN, welche Uhren ich einsetzen darf. Das sind genau vier Produkte von zwei Firmen.
    (Den Mailverkehr zu diesem Themenkomplex habe ich noch und werde ihn notfalls veröffentlichen, falls weiter behauptet wird, das alles „ganz anders“ sei.)

    Geradezu irrwitzig ist folgendes Szenario: In der OL wurde Bedenkzeit mit Inkrement ab nächster Saison eingeführt – natürlich ohne Absprache mit den betroffenen Vereinen. Die Info darüber wurde „immerhin schon“ Mitte Juli herausgegeben. Wenn sich jetzt ein betroffener Verein einen Satz DGT 2000 Uhren angeschafft hat (weil er auf das FIDE-Zertifikat vertraute), um für die nächste Saison gerüstet zu sein, darf jetzt noch einmal in die (nun schon „weniger als leere“) Tasche greifen, um erneut einen Satz Uhren anzuschaffen. Aber auf hoher Funktionärsebene scheinen solch „kleine Kollateralschäden“ wohl egal zu sein.

  5. MF

    Ein Verein, der sich im Juli 2009 noch die DGT 2000 andrehen lässt, die seit mehr als einem Jahr aus der Produktion genommen worden ist, hat wohl den Schuss nicht gehört.

    Um eine Liste der von der Fide zugelassenen Uhren werde ich mich mal kümmern; das ist eine gute Anregung.

  6. Nordlicht_70

    Das Problem ist das gleiche, wenn der Kauf der DGT 2000 statt 2 Monate ein Jahr zurückliegt.

    Natürlich sind die Uhren inzwischen zumindest von großen Schachmaterialanbietern aus dem Programm genommen (Anfang des Jahres gab es sie aber noch zu kaufen), aber ein Verein kann auch gebrauchte Uhren z.B. bei Turnierveranstaltern preiswert erwerben. Schließlich ist die DGT 2000 nach wie vor FIDE-zertifiziert.

    Was mich so ärgert, ist, dass Entscheidungen, die Vereine konkret Geld kosten, ohne jeglichen Vorlauf getroffen werden. Natürlich kann moderne Technik gerade in so einem sensiblen Bereich wie Bedenkzeit unseren Sport unterstützen (man denke nur daran, dass man mit Inkrement auf den 10.2 verzichten kann), eine Vorlaufzeit von wenigstens 3 Jahren halte ich aber für richtig. In diesem Sommer ist Vereinen aber eine Belastung aufgezwungen worden, die logischerweise in einem Jahresetat – wie ihn jeder vernünftige Verein aufstellt – nicht berücksichtigt werden konnte. Nicht jeder OL oder 2.BL – Verein verfügt über einen potenten Sponsor, der mal eben nochmal 500 Euro „außer der Reihe“ aus der Tasche zieht.

    Nicht, dass wir uns falsch verstehen. Wenn Herr K. festgestellt hat, dass die DGT 2000 den derzeitigen Modus nicht kann, dann ist er nicht als der „böse Mann“ anzusehen, er hat lediglich einen Fakt festgestellt. Ein Fehler ist m. E. begangen worden, dass eine Bedenkzeit festgelegt wurde, die die vorher als FIDE-tauglich eingestufte Uhr nicht kann – oder aber überhaupt die Verleihung des „FIDE-geprüft Siegels“ an diese Uhr. Als Verein erwarte ich da schon sehr deutlich mehr Verlässlichkeit auf die entsprechenden Gremien.

  7. David Bachmann

    Nochmal ganz konkret gefragt:

    DGT 2000 darf nicht auf der NRW-Ebene verwendet werden!? Vereine, die diese besitzen, müssen sich also kurzfristig neue Uhren beschaffen (4 zertifizierte Uhren-Typen wurden bisher genannt)? Da es keinerlei Vorlaufzeit gibt, kann ich den Ärger von Nordlicht_70 nur allzu gut verstehen!

    Cheers!

  8. MF

    Also konkret: Die DGT 2000 darf für den Spielbetrieb auch auf NRW-Ebene nicht eingesetzt werden. Das ist derzeit der Stand der Dinge.

  9. KL

    Mir stellt sich gerade die Frage, ob die DGT 2000 korrekt funktioniert, wenn man z. B. 3 Züge für jede Periode eingibt. Dass in einer Partie weniger Züge gezählt werden sollten, ist bei nicht-defekter Uhr praktisch so gut wie unmöglich. Habe leider kein Exemplar dieser Uhr vorliegen um es selbst zu testen.

  10. MF

    Ich kann das gern testen, aber mir ist nicht so ganz klar, was Du ausprobieren willst?

  11. KL

    Wenn das funktionieren würde, könnte man die DGT2000 doch erst einmal einsetzen. Klar ist das nicht optimal, aber manch einem Verein wäre vielleicht geholfen, wenn zumindest mal eine Saison mit den Uhren gespielt werden darf.

  12. MF

    Wie sollte die Uhr dadurch einsetzbar werden?

  13. KL

    Wenn es richtig funktionieren würde, wäre beim Spiel kein Unterschied zu erkennen, obwohl intern ein Zugzähler eingestellt ist. Praktisch wäre die Uhr gut einsetzbar, aber okay, der Zugzähler ist halt verboten…

  14. MF

    Bei vier programmierbaren Perioden und 3 Zügen pro Periode muss die Partie dann im 12. Zug zu Ende sein? Oder wird die Uhr alle zwölf Züge neu gestellt? Ich verstehe das Konzept nicht.

  15. KL

    Ich gehe davon aus, dass die Uhr erst umspringt, wenn die eingestellte Anzahl an Zügen erreicht UND die Zeit abgelaufen ist. Sollte das nicht so sein, funktioniert es natürlich nicht.

  16. MF

    Es ist nicht so. Bei eingeschaltetem Zugzähler wechselt die Uhr dann in die nächste Periode, wenn laut Zugzähler die entsprechende Anzahl von Zügen gemacht worden sind.

  17. KL

    Alles klar! Ich sollte eindeutig den RSR-Lehrgang im November besuchen, damit ich Marius weiter mit blöden Fragen zu den Uhren nerven kann. Da kann man wenigstens das schockierte Gesicht sehen. *grins*

  18. MF

    Ich freu mich drauf! :-)

  19. Nordlicht_70

    Mein Kenntnisstand zu den DGT 2010 und DGT 2000:
    Bei eingestelltem Zugzähler schalten beide Uhren nach Ablauf der entprechenden Zuganzahl und nicht nach Ablauf der Bedenkzeit eines Spielers um, das ist gegen die Regel.
    Man muss also die Uhren manuell einstellen und die „Zugzahl“ auf 0 stehen lassen. Das funktioniert bei der DGT 2010 aber nicht bei derDGT 2000 (siehe Text).

  20. AL

    Meine DGT 2000 hat den Fehler auch. Besitze aber die DGT 2000 Olympiade/Topmatch. (Es hätte ja sein können dass bei der DGT 2000 Olympiade/Topmatch der Fehler nicht vorhanden gewesen wäre.) Bei der DGT XL ist der Fehler nicht vorhanden. Ich glaube da hilft nur eine andere Uhr oder eine Zugzahl einzustellen.

  21. Udo Wallrabenstein

    Das die DGT 2000 bei der Einstellung des Zugzählers 0 nicht eingesetzt werden kann ist klar, die Frage ist aber, ob man die DGT 2000 wirklich nicht regelkonform einsetzen kann. Dafür gäbe es m.E. 3 Möglichkeiten:
    1. Man verwendet Fischer-Slow, d.h. 90 Minuten / Spieler und Partie bei 30 Sekunden Zeitzuschlag ab 1.Zug. Ist allerdings nur noch bis 30.6.2010 zum Erwerb von Normen zugelassen, aber in der Saison 2009/10 hätte man damit spielen können.
    2. Man verwendet FIDE-Kurz und stellt 120 Minuten / Spieler und Partie bei 30 Sekunden Zeitzuschlag ab dem 1.Zug ein. Sollte bei einem Spieler die Uhr 0:29 anzeigen und er hat das vorgegebene Zuglimit noch nicht erreicht hat er verloren.
    3. Man verwendet FIDE-Kurz und stellt 90 Minuten / Spieler und Partie bei 30 Sekunden Zeitzuschlga ab dem 1.Zug ein. Sobald einer der beiden Spieler die Zeit überschritten hat überprüft der Schiedsrichter ob das vorgegebene Zuglimit erreicht ist und sofern dies der Fall ist addiert er auf beiden Seiten manuell jeweils 30 Minuten.
    Mich würde einmal interessieren warum man nicht eine dieser 3 Lösungsmöglichkeiten übernehmen konnte. Wo liegt also das Problem ?

  22. MF

    Darin, dass die Uhr nicht so funktioniert, wie sie soll.

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