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DGT-Uhren und Fischer-Modus

Da nun auch unterhalb der 1. Bundesliga mit dem Fischer-Modus gespielt wird, hier zwei Hinweise, die sich beim Gebrauch der DGT-Uhren als nützlich erweisen:

1. Alle DGT-Uhren addieren den Zeitbonus immer vor dem Zug zur Grundzeit hinzu. Stellt man eine DGT-Uhr also für die erste Spielphase auf 1:40 h + 30 s/Zug ein, so wird die Uhr mit einer Grundzeit von 1:40.30 starten. Solange in der Ausschreibung nicht audsrücklich vermerkt ist, dass der Zeitbonus nach dem Zug zu erteilen ist, stellt dies kein größeres Problem dar. Zu vermeiden ist das Problem in jedem Fall durch die Enistellung von 1:39.30 h + 30 s/Zug als Grundzeit; dann starte die Uhr korrekt mit 1:40.00.

2. Die DGT XL und DGT 2010 besitzen einen eingebauten Zugzähler. Zugzähler in Uhren sind grundsätzlich problematisch und sollten nach Möglichkeit abgeschaltet werden. Die beiden genannten DGT-Uhren weisen konkret das Problem auf, dass sie bei eingeschaltetem Zugzähler dem Spieler mit den weißen Steinen nach dem abgeschlossenen 40. Zug sofort die Zeit für die zweite Spielphase zuschlagen. Daran kann der Schwarzspieler erkennen, dass Weiß die 40 Züge – zumindest laut Zugzähler der Uhr – vollendet hat und er selbst nur noch einen Zug in der verbleibenden Zeit absolvieren muss.

Bei Gebrauch dieser DGT-Uhren empfiehlt es sich daher, die fest einprogrammierten Zeitkontrollen im Fischer-Modus zu meiden und die Uhr in einem der frei programmierbaren Modi manuell einzustellen. Dabei ist es wichtig, den Zugzähler auf »00« stehen zu lassen bzw. zu setzen. Die Uhr schlägt dann wie üblich die Zeit für die nächste Spielphase auf beide Uhren auf, wenn bei einem der beiden Spieler das Fähnchen fällt.

10 Reaktionen zu “DGT-Uhren und Fischer-Modus”
  1. Christian

    In welchem vorprogramierten Modus (Nr.)gibt die DGT 2010 nach 40 Zügen automatisch den Bonus?

  2. Peter Hoffmann

    Hallo Marius,
    im DSB-SRK Forum werden im Moment Zweifel an Deiner Empfehlung mit den 1:39.30 Voreinstellung gehegt.
    Ich habe bisher immer 1:40.00 in der 1. BL eingestellt.
    Sonst fehlen jedem Spieler am Ende 30 Sekunden in der Gesamtspielzeit?!
    Gruß, Peter

  3. MF

    @ Christian: Leider verstehe ich Deine Frage nicht. Von welchem Bonus sprichst Du?

  4. MF

    @Peter Hoffmann: Es gibt halt zwei Möglichkeiten den Zuschlag pro Zug zu geben: Entweder vor dem Zug oder nach dem Zug. Wie der Zuschlag zu gegen ist, regelt im Zweifelsfall die Ausschreibung. Da die DGT-Uhren den Bonus grundsätzlich vor dem Zug erteilen, gibt es zwei mögliche Fälle:

    1. Die Ausschreibung lässt eine Vergabe vor dem Zug zu: Dann stelle ich die Uhren auf 1:40.00 und wenn ich sie dann einschalte, beginnen sie faktisch mit 1:40.30 (Grundzeit + Zuschlag für den ersten Zug).

    2. Die Ausschreibung besagt explizit, dass der Zuschlag nach dem Zug zu vergeben ist: Dann stelle ich beide Uhren auf 1:39.30. In diesem Fall beginnen beide Uhren faktisch mit 1:40.00 (Grundzeit) und der erste Zuschlag folgt nach dem ersten (Halb-)Zug.

    Andere Fälle kommen nicht vor, oder? Was gibt es da zu diskutieren?

  5. Christian

    Ich meine den Bonus nach dem 40. Zug, wie im Text beschrieben:
    „…dem Spieler mit den weißen Steinen nach dem abgeschlossenen 40. Zug sofort die Zeit für die zweite Spielphase zuschlagen.“
    Das kann die DGT 2010 meines Wissens nur in einem mit Zugzahl frei programmierbaren Modus, in einem fest einprogrammierten Modus wie im Text bemängelt hat die DGT doch gar keine Ahnung, wieviele Züge zu machen sind und gibt nur nach Ablauf der ersten Zeit den Bonus.

  6. Peter Hoffmann

    @Marius:
    An Deiner Ausführung, wie die Sache technisch zu händeln ist, gibt es auch gar keine Kritik! :-)

    Die Diskussion entstand wegen der nicht ganz eindeutigen Formulierung in der TO der 1. BuLi, ob der Bonus vor oder nach dem Zug zu geben ist.

    Zitat:
    Ab dem ersten Zug erhält jeder Spieler pro
    ausgeführtem Zug eine Gutschrift von 30 Sekunden.

    Beim ersten Lesen würde man denken, den Bonus gibt es erst nach dem Zug, das haben die „Regelmacher“ nach Ansicht einiger SR-Kollegen aber nicht eindeutig formuliert.

    Daher die unterschiedlichen Meinungen, ob nun 1:40.00 oder 1:39.30 einzustellen ist?!

  7. Eckart

    Wenn die Bedenkzeit 100 Minuten für 40 Züge zuzüglich 30 Sekunden pro Zug beträgt, werden dem Spieler statt 120 Minuten nur 119 Minuten und 30 Sekunden für die 40 Züge zugewiesen – also 30 Sekunden zuwenig -, wenn man die Uhren bei 1.39.30 startet.
    In den FIDE-Regeln ist von zusätzlicher Bedenkzeit „pro Zug“ die Rede. „Pro Zug“ 1 kann die Zusatzbedenkzeit nur wirksam sein, wenn der Zuschlag VOR dem 1. Zug erfolgt.
    Insofern gehen alle elektronischen Uhren korrekt, wenn sie den Zuschlag VOR dem jeweiligen Zug gewähren.

  8. MF

    @ Eckart: Dieser Auffassung kann ich mich uneingeschränkt anschließen. Es kann nur eben auch Ausschreibungen geben, in denen explizit steht, dass der Zuschlag nach dem Zug erfolgen soll.

  9. MF

    @ Christian: Bei der DGT XL ist es das Programm 13, das automatisch mitzählt und sich wie oben beschrieben verhält. Die DGT 2010 verhält sich genauso, wenn man den Zugzähler bei der manuellen Programmierung nicht auf 00 stehen lässt. Ein voreingestelltes Programm bei der DGT 2010, das sich so verhält, habe ich jetzt auf die Schnelle nicht gefunden.

  10. Gerd Lorscheid

    Fideregel 5.1(b) in „02. Standards of Chess Equipment and tournament venue for FIDE Tournaments“ besagt:
    „The display at all times should show the time available to complete a player’s next move.“

    Man erzähle mir einmal wie dies ohne Zügezähler funktionieren soll. Die DGT 2000 macht offensichtlich genau das was die FIDE ausdrücklich verlangt.

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