Die Seite der NRW-Schachschiedsrichter

Fragen zum Notationsformular

Fragen:

  1. In Artikel 8.1 der FIDE-Regeln steht die Formulierung, die Spieler hätte ihre Züge auf dem für das Turnier vorgeschriebenen »Partieformular« aufzuzeichnen. Bedeutet das, dass es eine grundsätzliche Vorschrift für die Gestaltung der Partieformulare gibt? Wo findet man sie? Wonach richten sich die Druckereien bzw. Schachverlage bei der Gestaltung der Partieformulare, denn die Basisgestaltung ist ja prinzipiell immer gleich?
  2. In Artikel 8.3 heißt es weiter: Die Partieformulare sind Eigentum des Turnierveranstalters. Bedeutet dies, dass ein Spieler sein Partieformular nach einem Wettkampf oder Turnier eigentlich gar nicht mitnehmen darf, weil sie ihm nicht gehören? Könnte der gastgebende Verein oder der Veranstalter darauf bestehen, dass alle Spieler ihre Partieformulare am Spielort zurücklassen?

Antworten:

  1. Die Redeweise vom vorgeschriebenen »Partieformular« ermöglicht es dem Veranstalter grundsätzlich eine bestimmte Form des Partieformulars vorzugeben, die die Spieler dann auch zu benutzen haben. Die Regel macht klar, dass ein Spieler kein Anrecht darauf hat, eine eigene Notationsgrundlage zu benutzen (Partieheft, Notizbuch, PDA etc.), sondern dass er verpflichtet ist, das von allen Spielern zu verwendende Material zu benutzen. Der Schiedsrichter kann hieraus die entsprechende Handhabe gegen die Verwendung anderer Aufzeichnungsformen ableiten. Eine solche Vorschrift für ein Notationsformular findet sich z. B. in der Turnierordnung des DSB in: B-11.3 Standards für Bundesligakämpfe
    Druckereien bzw. Schachverlage folgen bei der Herstellung der Partieformulare den sachlichen Notwendigkeiten und der traditionellen Gestaltung solcher Formulare. So findet sich heute z. B. immer noch auf vielen Formularen eine Zeile für den Namen der Eröffnung, obwohl es wahrscheinlich kaum noch Spieler gibt, die diese Zeile verwenden. Früher war sie zum rascheren Auffinden in einem Partiearchiv sicherlich sinnvoll.
  2. Grundsätzlich ist das richtig. Diese Vorschrift dient zum einen Veranstaltern, die die Partien eines Turniers oder eine Meisterschaft komplett erfassen wollen, zum anderen zur Sicherung der Beweisgrundlage für erspielte Ergebnisse (FIDE 8.7). Es sind deshalb inzwischen in weiten Bereichen Notationsformulare mit Durchschlag in Gebrauch, so dass der Spieler den Durchschlag mitnehmen kann.
    Natürlich ist auch mir bekannt, dass in den Mannschaftsmeisterschaften der unteren Spielklassen die Spieler normalerweise ihre Formulare mitnehmen. Nach der Regel sollte allerdings der Mannschaftsführer die unterschriebenen Formulare der eigenen Mannschaft einsammeln und als Beweisgrundlage für eventuelle Proteste etc. bis zum Ende der Saison aufbewahren. Er kann sie anschließend – wenn die Ausschreibung der Meisterschaft dazu nichts anderes vorschreibt – den Spielern zurückgeben.
Eine Reaktion zu “Fragen zum Notationsformular”
  1. TB

    Der obige Artikel erscheint mir etwas einseitig. Er ignoriert das Interesse des Spielers, seine eigenen Wettkampfpartien nachzubereiten (Analyse, Erfassung in einer Datenbank, Sammeln der Mitschriften, …). Ein Ausrichter der also die Abgabe der Notation verlangt, tut gut daran, Formulare mit Durchschlag vorzuhalten. Das Sammeln der Formulare durch den Mannschaftsführer scheint mir auch übertrieben. In 25 Jahren Schachpraxis (als Spieler und Jugendtrainer) ist mir kein Fall vorgekommen, der längere Zeit nach der Partie das Vorweisen des Formulars erfordert hätte. Sollte dies doch erforderlich sein, würde ich den Spielern trotzdem das Aufbewahren der Formulare überlassen mit dem Hinweis, diese bis Saisonende bereit zu halten. Wer dies nicht tut und damit seiner Mannschaft einen Bärendienst erweist, macht das sicher nur einmal ;-)

Einen Kommentar schreiben

Suche

Kurznachrichten:

  • DGT 1001 – Mit der DGT 1001 hat der niederländische Marktführer in Sachen elektronischer Uhren einen kleinen, preiswerten und einfach zu ...
  • Die neue „Silver“ (2014) – Nachdem die einzige zugelassene Alternative zu den DGT-Uhren, die „Silver“, für einige Zeit nicht lieferbar war, ist jetzt ...
  • DGT 3000 – Nach mehr als zehn Jahren bekommt die DGT XL, das Flagschiff unter den Uhren des holländischen Marktführers in ...
  • Meta

    Copyright © 2017 by: Schachschiedsrichter NRW • Design by: BlogPimp / Appelt Mediendesign • Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.