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FIDE beschließt wichtige Regeländerungen …

Das Presseamt der Stadt Dresden teilt heute in einer Pressemitteilung mit:

FIDE beschließt wichtige Regeländerungen zur Schacholympiade.
Ignatius Leong lobt die Landeshauptstadt Dresden für ihre Vorbereitung

Ignatius Leong, Hauptschiedsrichter der Schacholympiade und Generalsekretär des Weltschachverbandes FIDE, überraschte die Journalisten heute beim Pressegespräch. „Es wird bei der Schacholympiade 2008 in Dresden umwälzende Neuerungen im Rgelwerk geben“, kündigte der Mann aus Singapur an. Erstmals müssen die Föderationen ihre Nominierungen bereits zum 12. September abgegeben haben. Bisher waren Änderungen in der Mannschaftsaufstellung noch bis kurz vor der Schacholympiade möglich. Darüber hinaus geht der Weltschachverband noch einmal das leidige Thema der frühen Einigung auf Remis an. Schon einmal gab es die Regelung, dass kein Unentschieden vor einer bestimmten Zugzahl vereinbart werden durfte – diesen Paragraphen missachtete der inzwischen verstorbene Ex-Weltmeister Bobby Fischer ungestraft. Nun ist vereinbart, dass kein Remis vor dem 30. Zug entsteht. Die wichtigste Neuigkeit ist aber, dass die Spieler genau wie bei jeder anderen Sportart exakt zum vereinbarten Spielbeginn am Brett erscheinen müssen, sonst wird die Partie mit Verlust für den nicht erschienenen Spieler gewertet. Schachspieler erlaubten sich bisher den Luxus, bis zu einer Stunde verspätet zu erscheinen.

Schon vor dieser Ansage galt Dresden als Reformolympiade. Beispielsweise wird die Rundenanzahl von 14 auf 11 begrenzt, die Mannschaftspunkte werden in der Nationenwertung vor den Brettpunkten kalkuliert, die Damenteams wurden auf vier Spielerinnen aufgestockt und die Ersatzspieler auf eine Person begrenzt.

Leong erteilte den Organisatoren die Note „Ausgezeichnet“ für ihre Vorbereitungen. Dresden ist mit der Planung seiner Zeit weit voraus und kann ideale Spielbedingungen aufweisen. „Die weiteren Schritte versprechen für den Schachherbst in Deutschland traumhafte Bedingungen“, ergänzte der erfahrene Turnierorganisator.

6 Reaktionen zu “FIDE beschließt wichtige Regeländerungen …”
  1. Guido

    Mir stell sich die Frage ob diese Regeln, so sie denn kommen, für alle Spiele/Ligen gelten sollen und wie verbindlich dieses für die einzelnen Turnierveranstalter/Verbände/Bezirke sein soll.
    Die 30 Züge Regel ist mir dabei herzlich egal, mir geht es vielmehr um die „Pünktlichkeitsregel“.
    Da ich jeden Samstag arbeiten muss und eigentlich nie vor 14:45 Uhr Feierabend habe komme ich fast grundsätzlich zu spät, auch zu Heimspielen da diese um 15:00 Uhr beginnen.
    Somit könnte ich also de facto an keinem Mannschaftskampf mehr teilnehmen.
    15-30 Minuten Zeitverlust kann ich verschmerzen, nicht jedoch dass ich dann gar nicht mehr spielen kann.
    Das kann nicht im Sinne des Schachportes sein!
    Mein Kommentar hat zwar nichts mit der Schacholympiade zu tun und mir ist auch bewusst das dieses nur ein „Testlauf“ sein soll, trotzdem kann ich nichts Gutes an der „Pünktlichkeitsregel“ finden.
    Wenn der Gegner nicht anwesend ist: Uhr ansetzen, eine Stunde warten, fertig.
    Abgesehen von meinem speziellen Fall; was ist, wenn mal eine Mannschaft im Stau steht? Die ist doch schon gestraft genug.
    Punktlich sein ist zwar eine Tugend, jedoch kann ich einer Überregulierung nicts abgewinnen.

  2. MF

    Diese Regeln gelten so erst einmal nur für die Schach-Olympiade 2008.

    Allerdings ist auch geplant, in Dresden eine Regeländerung vorzunehmen, die ab der Saison 2009/2010 greifen würde, und die jegliches Zuspätkommen mit Partieverlust bestraft, den Nationalen Organisationen aber die Möglichkeit einräumt, eine Karenzzeit von bis zu 15 Minuten zuzulassen. Sollte diese Regeländerung beschlossen werden, wird es wahrscheinlich darauf hinauslaufen, dass der DSB die höchste mögliche Karenzzeit in seine TO aufnehmen wird, so dass ein Zuspätkommen von 15 Minuten noch toleriert werden wird. Wer zu spät kommt, den bestraft die Regel!

    Ich persönlich kann darin keine „Überregulierung“ erkennen. Mit den gleichen Argumenten könnte man auch gegen die 1-Stunden-Regelung argumentieren, denn auch da kommen ja noch Leute zu spät oder können deshalb überhaupt nicht spielen. Ich halte es im Gegenteil für eine ausgemachte Unhöflichkeit, seinen Gegner am Brett überhaupt auf den Partiebeginn warten zu lassen. Aber die Geschmäcker sind verschieden.

  3. Guido

    Sie bezeichnen mich also als ausgemacht unhöflichen Menschen oder wie muss ich das auffassen?
    Die Zeiten in denen fast ein jeder am Samstag frei hatte sind wohl vorüber und ich denke nicht, dass sich das zum Positiven ändern wird.
    Die Herren in der Fide sollten mal aus ihrem Elfenbeinturm herauskommen.
    Ich bleibe dabei, diese Regelung ist, was mich und auch den ein oder anderen betrifft kontaproduktiv.
    Ich darf mal die Frage stellen wer denn nun besser dran ist: Der Spieler der ausgeruht am Brett sitzt und 25 Minuten in denen wohlgemerkt die Zeit des Gegners läuft, auf Selbigen warten muss, oder derjenige der sich strecken muss um nach einem Arbeitstag noch halbwegs pünktlich und dann auch noch relativ gestresst und müde seinem Hobby nachgehen möchte?
    Geschmackssache ??
    Denken sie mal darüber nach ……….!

  4. DM

    Ich denke das ist eher wieder ein Problem, das die Schachspieler sich nicht von ihren Lieb gewonnenen Regeln trennen wollen.
    Wer käme beim Fußball auf die Idee, das auf einen Spieler 1 Stunde gewartet wird? Wer beim Tischtennis? (Spieler nicht da beim angesetzten Spielbeginn = sofortiger Spielverlust) Gibt es sowas beim Fechten, Tennis, etc. ?
    Also wieso nicht die Regeln entsprechend anpassen?

    Wir hatten oft genug den umgekehrten Fall: Heimspiel, Gegner kommt nicht komplett, aber der Spieler, der kampflos gewinnt, muß eine Stunde dumm rumsitzen, damit der Gewinn auch feststeht.

    Also her mit der neuen Regelung (allerdings bin ich auch zumindest übergangsweise für die 15 Minuten Karenz).

  5. (ein anderer) Guido

    Ich möchte mich eher der Meinung meines Namensvetters anschließen.

    Man kann Schach, wenn als Mannschaftssport betrieben, nicht mit Fußball, Handball, Hockey etc. vergleichen. Beim Schach kann der Mannschaftskampf durchaus beginnen, wenn ein Kollege fehlt. Beim Handball etc. wäre das zumindest sehr nachteilig für die entsprechende Mannschaft.

    Meiner Meinung nach sollte man bei dieser Regelung zwischen Profischach und dem Amateurschach auf Bezirks- und Verbandsebene unterscheiden.

    Wir sind froh, Spieler zu haben, die wie Guido bis zum Anschlag arbeiten und dann ruck zuck zum Schachbrett eilen. Das sind gerade die Spieler, die wir brauchen! Die haben die richtige, positive Einstellung zu unserem wunderschönen Sport! Genau die sollen bestraft werden?

  6. Bernhard

    Kleine Anmerkung hierzu aus einem anderen Landesverband:
    Der Badische Schachverband hat für seine Ligen Verbandsliga abwärts bereits zu dieser Saison 2008/2009 eingeführt, dass bei Abgabe der Mannschaftsaufstellung alle zum Einsatz kommenden Spieler anwesend sein müssen. Fehlt noch ein Spieler, so obliegt es dem Mannschaftsführer, entweder mit der Abgabe der Mannschaftsaufstellung noch zuzuwarten, (bis zu einer Stunde), mit der Folge, dass jeder Spieler der unpünktlichen Mannschaft mit Zeitstrafe (entsprechend der Verspätung der Abgabe der Mannschaftsaufstellung) leben muss, oder er gibt seine Mannschaftsaufstellung ab, mit der Folge, dass der nichtanwesende Spieler nicht aufgestellt werden darf.
    Dadurch ist auch unterbunden, dass das unsportliche Freilassen vorderer Bretter nicht mehr möglich ist, da die Mannschaft aufrücken muss.
    Und wer kannte aus der Vergangenheit nicht die Fälle, in denen es hieß: „Dein Gegner kommt noch.“ und dann wartete einer doch vergebens … Außer einer vergeudeten unnötigen Stunde Wartezeit eines spielbereiten Spielers kommt dann noch der Frust dazu, dass sich noch nicht einmal seine DWZ verbessert. Der kampflose Brettpunktgewinn ist aus sportlicher Sicht für den Spielbereiten auch nicht befriedigend.

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