Die Seite der NRW-Schachschiedsrichter

Handy-Benutzung

Frage: Das klingelnde Handy führt den Regeln nach zum sofortigen Ende der Partie. Aber wie sieht es mit dem aktiven Nutzen der Handys aus, also Telefonieren oder SMS schicken? Spielt es eine Rolle, ob innerhalb bzw. außerhalb des Turnierareals telefoniert wird? Es sind alles Regelverstöße, nur wie soll die Bestrafung aussehen? Die 13.4 der Reihe nach, oder führt das Telefonieren analog zum Handyklingeln zum direkten Partieverlust? Muss der Spieler reklamieren oder muss der Schiedsrichter bzw. der Mannschaftsführer eingreifen?

Antwort: Bereits das Mitführen des Handys ist nach der Fide-Regel 12.2 b verboten. Sollte der Schiedsrichter das Mitführen dennoch gestattet haben, was die Regel 12.2 b ermöglicht, so ist dem Spieler ganz sicher nicht auch der Gebrauch des Handys während der Partie erlaubt worden, ganz gleich zu welchem Zweck, gleichgültig, ob dies innerhalb oder außerhalb des Turnierareals geschieht. Davon ausgenommen ist sicherlich der ausdrücklich vom Schiedsrichter autorisierte Gebrauch, etwa in einem Notfall. Der unautorisierte Gebrauch des Handys durch einen Spieler muss gleichwertig mit einem klingelnden Handy bestraft werden, zieht also den sofortigen Partieverlust nach sich, da nicht einzusehen ist, dass ein von einem Spieler passiv erlittene Nutzung (das Handyklingeln) schärfer bestraft werden soll, als eine vom Spieler aktiv herbeigeführter Regelverstoß derselben Kategorie. Der Schiedsrichter hat in einem solchen Fall von sich aus einzugreifen und darf nicht erst den Protest des Gegners abwarten. Auch hier gilt der Grundsatz der Gleichbehandlung: Benutzung des Handys zieht automatisch und unweigerlich den Partieverlust nach sich.

3 Reaktionen zu “Handy-Benutzung”
  1. Rolf Bachmann

    M.E. zwar Partieverlust, aber nicht unbedingt Partieende wegen 12.2 b Satz 3. Diese Vorschrift ermöglicht m.E., wegen des Ergebnisses für den Gegner weiterspielen zu lassen.

  2. MF

    12.2 b, Satz 3 spricht wohl eher nicht davon, dass nach einem Partieverlust „weitergespielt“ werden soll, sondern dass der Schiedsrichter das Ergebnis des Gegners festlegen kann, die Partie also nicht zwangsläufig 1:0 bzw. 0:1 enden muss. Die Möglichkeit, ein anderes Ergebnis festzulegen, könnte zum Beispiel in dem Fall wahrgenommen werden, wenn auf dem Brett beim Handyklingeln gerade eine Stellung erreicht wurde, in der der Gegner des Handybenutzers nurmehr den blanken König auf dem Brett hat. Hier könnte der Schiedsrichter ein Ergebnis wie z. B. ½:0 festlegen, wenn er wollte.

    Ein Weiterspielen unter der Bedingung, dass ein Spieler die Partie bereits verloren hat, nun aber noch (gefahrlos!) dafür sorgen kann, dass auch sein Gegner die Partie verliert (Ergebnis 0:0), scheint mir weder sinnvoll noch von den Regeln intendiert zu sein.

  3. Anonymous

    […] wird. Dazu habe ich auf der offiziellen Homepage der Schachschiedsrichter NRW etwas gefunden: Schachschiedsrichter NRW Blog Archiv Handy-Benutzung Zitatausschnitt: "Der unautorisierte Gebrauch des Handys durch einen Spieler muss […]

Einen Kommentar schreiben

Suche

Kurznachrichten:

  • DGT 1001 – Mit der DGT 1001 hat der niederländische Marktführer in Sachen elektronischer Uhren einen kleinen, preiswerten und einfach zu ...
  • Die neue „Silver“ (2014) – Nachdem die einzige zugelassene Alternative zu den DGT-Uhren, die „Silver“, für einige Zeit nicht lieferbar war, ist jetzt ...
  • DGT 3000 – Nach mehr als zehn Jahren bekommt die DGT XL, das Flagschiff unter den Uhren des holländischen Marktführers in ...
  • Meta

    Copyright © 2017 by: Schachschiedsrichter NRW • Design by: BlogPimp / Appelt Mediendesign • Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.